Carole Montillet hat sie alle überrascht. Die 28-jährige Französin gewann auf der anspruchsvollen Strecke in Snowbasin in der Zeit von 1:39,56 Min. die Goldmedaille in der Damenabfahrt. Silber ging an die Italienerin Isolde Kostner (1:40,01 Min.), Renate Götschl aus Österreich sicherte sich in 1:40,39 Min. die Bronzemedaille. Für Hilde Gerg aus Lenggries blieb in 1:40,49 Min. nur der undankbare vierte Platz.

Vom Winde verweht - doch dann reguläres Rennen:
Mit über 26-stündiger Verspätungen haben die Damen ihren Olympia-Abfahrtslauf auf der Wild-Flower-Piste in 'Blowbasin' über die Bühne gebracht. Starker Wind im oberen Streckenabschnitt hatte bereits beim ersten Versuch am Montag zur Absage des Rennens geführt. Auch beim zweiten Anlauf am Dienstag musste der Start der Speed-Disziplin zunächst um zwei Stunden nach hinten verschoben werden. Doch das Warten hatte sich schließlich gelohnt. Die Verantwortlichen gaben grünes Licht, das Rennen lief bei regulären Wetterverhältnissen reibungslos ab. 25.000 begeisterte Zuschauer hatten an dem Spektakel ihre helle Freude.

Fehlerfreie Fahrt - In Gedanken bei Regine Cavagnoud:
Für Carole Montillet ging mit dem Gewinn der Goldmedaille ein Herzenswunsch in Erfüllung. Die Französin lieferte eine fehlerfreie Vorstellung ab, fand die beste und engste Linie auf der 2694 Meter langen Abfahrt und widmete ihren Sieg der im vergangenen Herbst tödlich verunglückten Teamkollegin Regine Cavagnoud. Cavagnoud war beim Training im Pitztal damals unglücklich mit dem deutschen Trainer Markus Anwander zusammengeprallt.

Gerg im Pech - Haltmayr ausgeschieden:
Es war nicht der Tag der DSV-Mädels. Hilde Gerg hatte bereits im oberen Streckenabschnitt einen kleinen Fehler gemacht und bezahlte dafür im Ziel mit dem undankbaren vierten Platz. Petra Haltmayr erging es noch schlechter. Zwar konnte die in Åre (Schweden) beim Weltcup noch so unglücklich gestürzte Deutsche aus Rettenberg auf der Olympia-Abfahrt nach einer Unachtsamkeit noch soeben einen erneuten Sturz verhindern, doch sie fuhr am Tor vorbei und schied aus. Regina Häusl (Platz 10) und Sibylle Brauner (Platz 25) waren ebenfalls nicht in Siegform.

Stimmen:
Carole Montillet: " Im Training war ich nicht zufrieden. Aber heute lief es super. Ich wollte heute schnell fahren. Ich bin überglücklich, Regine Cavagnoud war heute mit mir auf den Skiern. Da ist jetzt nur noch Emotion pur in meinem Herzen."

Hilde Gerg: "Es ist beim Großereignis egal, ob man Platz vier,fünf oder sechs belegt. Ich bin jetzt schon enttäuscht. Eine Medaille hatte ich mir eigentlich erhofft. Ich hatte gleich oben zwei kleine Fehler. Für Platz eins hätte es aber heute nicht gereicht. Das war der Tag der Carole Montillet. Ich gönne es ihr."

Regina Häusl: "Das war ein ordentlicher Lauf, der aber nicht so entfesselt war. Dennoch habe ich ein gutes Gefühl auf dem Ski gehabt. Aber es ging um Medaillen und da sind wir Deutschen dran vorbei geschrammt."