Für Österreich sind die Olympischen Spiele in Salt Lake City gerettet. Die Alpenrepublik dankt dem neuen Abfahrts-Olympiasieger Fritz Strobl. Der 29-jährige aus Steinfeld hat am Sonntag auf der 3018 Meter langen Grizzly-Strecke in Snowbasin die Königsdisziplin im alpinen Rennsport in der Zeit von 1:39,13 Min. vor dem Norweger Lasse Kjus (1:39,35 Min.) und dem Weltcup-Führenden Stephan Eberharter (Österreich / 1:39,41 Min.) gewonnen. Platz vier belegte mit Kjetil Andre Aamodt wiederum ein Norweger.

Fritz Strobl im Glück:
Man kennt ihn als netten Burschen, der sich selbst nicht so sehr in den Vordergrund spielen muss. Das kann er jetzt mit dieser Meisterleistung auf der technisch anspruchsvollen Piste nicht mehr verhindern. In Österreich hat er sich mit dem Gewinn der Goldmedaille selbst zum Helden gemacht. Für Strobl ist es bei seinen zweiten Olympischen Spielen die erste Medaille überhaupt.

Stephan Eberharter geschlagen:
Fünf Weltcupsiege hat der 32-jährige Zillertaler in der laufenden Saison allein in der Abfahrt errungen. Nach Belieben dominierte Eberharter zuweilen die Konkurrenz. In seinem Landsmann Fritz Strobl, der hinter ihm in der Abfahrts-Weltcupwertung den zweiten Rang belegt, fand der Sieger von Kitzbühel nun ausgerechnet bei den Olympischen Spielen seinen Meister. Nach Silber im Super G 1998 ist dies nun die zweite Olympia-Medaille für den besten Skifahrer dieser Saison. Doch Eberharter war auf Gold aus gewesen. Platz drei muss er daher als Niederlage empfinden.

Starke Norweger:
Die Norweger hatten in den Wochen zuvor gepokert, die Rennen in St. Moritz ließen sowohl Lasse Kjus als auch Kjetil Andre Aamodt aus. Das Ziel lautete Olympia und pünktlich auf die Minute konnten die beiden Wikinger sich in Bestform präsentieren. Besonders der 31-jährige Lasse Kjus überzeugte mit einem starken Lauf. Gold blieb dem nun dreifachen Silbermedaillengewinner (zwei Silbermedaillen in Nagano 1998) aber erneut verwehrt.

Rauffer fuhr weit hinterher:
Max Rauffer, einziger DSV-Teilnehmer bei der Abfahrt, enttäuschte auf der ganzen Linie. Er fand zu keinem Zeitpunkt in das Rennen und knüpfte im Wettkampf nahtlos an die schlechten Trainingsleistungen an. Am Ende langte es für den Mann aus dem Leitzachtal nur zu Rang 34.

Stimmen:
Fritz Strobl: "Das ist ein Traum. Ich bin morgens aufgestanden und wollte einfach nur gut fahren. Das ist mir gelungen. Nach dem Rennen war ich nervöser als beim Lauf. Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt realisiere ich langsam den Goldmedaillen-Gewinn."

Stephan Eberharter:
"Ich bin froh, dass ich Bronze gewonnen habe. Es war kein optimaler Lauf."

Max Rauffer:
"Ich sehe meinen Lauf recht kritisch. Es passt momentan an meinem Abfahrtsschwung etwas nicht. Was, weiß ich aber nicht."