Ski2b: Andy, du bist hier sichtlich im Dauerstress. Dennoch behälst du die Ruhe. Wie muss man sich die heiße Phase bei den Weltcuprennen als Laie vorstellen?
Andy Fischer: Klar gibt es hier in diesen Tagen kaum Ruhepausen. Aber die Vorbereitung auf eine solche Veranstaltung ist eine Ganzjahres-Aufgabe. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Ab Montag geht die Arbeit für 2003 los.

Ski2b: Wie sieht diese Arbeit aus?
Andy: Nun wir haben die Organisation hierfür umstrukturiert. Es gibt für jeden Abschnitt der Kandahar sogenannte Abschnittsleiter. Himmelreich, Hölle und Fis-Schneise sind z.B. eigene Bereiche, die von festen Teams betreut werden. Deren Arbeit läuft weitesgehend selbstverantwortlich ab. Sicherheit, Pistenpräparation ect. sind Aufgaben dieser Arbeitsgruppen. Die Koordination ist dann Aufgabe von Heinz Mohr und mir.

Ski2b: Und am Rennwochenende ...
Andy: brauchen wir gute Nerven, da die Arbeit eines ganzen Jahres auf dem Prüfstein steht. Im vergangenen Jahr hat unser Team, das in der Rennphase aus 140-160 Mitarbeitern besteht, ein Wetter-Zeitfenster von einer Stunde genutzt. Nur weil alle mitgeholfen haben, konnten wir das Rennen retten.

Ski2b: Hattet ihr in diesem Jahr Angst um die Piste?
Andy: Ich bin da eigentlich immer zuversichtlich. Der Wetterbericht war in den vergangenen Tagen immer schlechter als dann in der Realität die Bedingungen gewesen sind. Heinz zeigte sich da schon etwas nervöser. Aber, so wie es ist, ist es halt. Wir haben die Piste zur rechten Zeit mit PTX (Kunstdünger) belegt, genauer wird es ausgesät. Dadurch wird dem Feuchtschnee die Feuchtigkeit entzogen. Es hat gepasst. Die Piste hält.

Ski2b: Du bist ja auch ein Weltreisender in Sachen Ski. Was genau fällt in deinen Bereich?
Andy: Als Sportwart beim DSV habe ich schon überall in der Welt mit dem Skisport zu tun. Da ich zudem TD (technischer Delegierter) auch für Speedstrecken bin, kommen häufige Reisen für Streckenabnahmen bei Weltcup, Europacup und Fisrennen auf die Tagesordnung. Bei Eropacuprennen fungiere ich quasi als Rennchef.

Ski2b: Letzte Frage. Was macht der DSV-Sportwart Fischer eigentlich beruflich?
Andy: Eigentlich bin ich Gastronom. Ich betreibe in Ettal ein Hotel.

Ski2b: Vielen Dank für das Gespräch.
Andy: Klar, ich danke auch.