Fritz Strobl hat den ersten von zwei Super G in Garmisch gewonnen. Der 29-jährige Österreicher holte sich damit seinen insgesamt achten Weltcupsieg und konnte zum zweiten Mal in seiner Karriere in der Super-G-Disziplin das oberste Siegerpodest erklimmen. Mit der besten Linienwahl aller Teilnehmer sicherte sich Strobl in der Zeit von 1:20,10 Min. den Sieg vor dem Schweizer Didier Cuche (1:20,60 Min.) und dem Weltcup-Führenden Stephan Eberharter aus dem Zillertal, der in 1:20,79 Min. im Ziel gestoppt wurde.

Acht Österreicher in den Top-15:
Eine Präsentation der Stärke lieferten in Garmisch die Österreicher ab. Gleich acht Alpen-Speedstars schafften den Sprung unter die Top-15. Neben den beiden Top-Plazierten Strobl und Eberharter zeigten auch Andreas Schifferer (Platz vier) und Hans Knauss (Platz acht) einen deutlichen Formanstieg. Gruber, Trinkl, Greber und Görgl machten das österreichische 'Glück' auf der Kandahar perfekt.

Rauffer im Pech - Stankalla verletzt:
Der einzige DSV-Starter beim Heimrennen hatte heute Pech. Max Rauffer aus dem Leitzachtal brach gleich beim Start der rechte Skistock. Damit verlor er im oberen Bereich direkt wertvolle Zeit in der Anschubphase. Dennoch kämpfte der 29-Jährige eisern weiter und lieferte trotz dieses Handicaps eine tolle Leistung ab. Leider reichte es nur zum Platz 17. Damit ist eine Qualifikation für Salt Lake City noch mehr als ungewiss. Rauffer hat aber auf der Kandahar morgen noch eine weitere Chance. Das Potenzial für eine Plazierung unter den Top-Ten scheint er auf seiner Heimstrecke zu haben. Eine kleine Hintertür bietet die Argumentations-Variante, dass von den acht Österreichern, die vor dem Deutschen lagen, ja nur vier für Olympia nomminiert werden können. Dann hätte Rauffer einen fiktiven 13. Platz auf seinem Olympia-Konto stehen.
Für Stefan Stankalla ist dagegen die Saison wohl beendet. Er musste nach der bitteren Diagnose - Bandscheibenvorfall - alle Ambitionen für den restlichen Skiwinter begraben.

Stimmen:
Fritz Strobl: "Im Ziel war ich ein wenig erschrocken als ich auf die Anzeigetafel geschaut habe. Ich dachte, dass ich bei der letzten Kurve zu viel Zeit liegengelassen hatte. Aber wen interessiert es jetzt. Die Eins leuchtete auf und mir passt das schon. Den Mittelteil habe ich heute richtig gut erwischt."

Didier Cuche: " Der Super G ist in den letzten Jahren meine beste Disziplin geworden. Es fehlt nur noch ein Sieg. Morgen werde ich noch einmal darum kämpfen. Strobl hat das Rennen im Mittelabschnitt gewonnen. Ich war überrascht wie gut die Piste hält. Das haben mir auch Läufer, die nach mir gestartet sind, bestätigt."

Stephan Eberharter: "Ich fühle mich momentan sehr gut, möchte natürlich jedes Rennen gewinnen. Aber der Fritz war heute sehr gut. Über Olympia möchte ich mich noch nicht äußern. Das habe ich bereits mehrfach gesagt. Erst, wenn es ansteht."

Max Rauffer: "Ich fahr los, da bricht der Stock, ich hab erst überlegt, ob ich abschwingen soll. Doch dann hab ich mir gesagt, schau wie es im Flachstück geht. Nachher bin ich richtig gut ins Fahren gekommen, habe gekämpft was geht. Aber im Ziel habe ich mich so geärgert, dass ich nichtmals mehr auf die Anzeigetafel geschaut habe."