Der Slalom der Damen in Bischofswiesen hatte am Ende zwei strahlende Siegerinnen. Die Schweizerin Marlies Oester und Kristina Koznick (USA) wurden auf der recht leichten Piste am Götschen nach zwei Läufen zeitgleich in 1:56,30 Min. gestoppt und freuten sich über den Sieg beim vorletzten Slalomrennen vor den Olympischen Spielen in Salt Lake City. Platz drei ging an die Kroatin Janica Kostelic (1.56,60 Min). Bei leichtem Schneetreiben belegte die Französin Pascal-Saioni den vierten Platz. Slaom-Weltmeisterin Anja Paerson machte mit ihrem Ausfall im Finale den Weg für den Zweifachsieg von Oester und Koznick frei. Paerson hatte zuvor den ersten Durchgang dominiert.

DSV in der Breite gefestigt:
Der Slalom ist bei den DSV-Damen zu einer Schwerpunkt-Disziplin geworden. Zwar können die deutschen Frauen noch nicht mit mehreren Läuferinnen in die absolute Spitze vordringen, aber immerhin haben sich heute fünf Fahrerinnen für das Finale der besten 30 Athletinnen qualifizieren können.

Monika Bergmann mit Flüchtigkeitsfehler:
Monika Bergmann hatte es erneut in den Skiern ein gutes Slalomergebnis einzufahren. Im Finale war sie bis zur Traverse gut unterwegs. Dort unterlief ihr aber ein Flüchtigkeitsfehler, der dann in der Folge auf dem flachen Gelände des Götschen zu einem enormen Zeitverlust führte. Im Ziel schlug Bergmann vor Wut über sich den Skistock in den Schnee. Sie war mit Platz zwölf nicht zufrieden.

Annemarie Gerg schafft Olympia-Quali:
Lange musste Annemarie Gerg im Ziel um den wichtigen Platz 15 zittern, den sie noch zur Nominierung für Salt Lake City benötigte. Doch am Ende durfte sie sich über Rang 14 freuen. Zuvor war ihr im zweiten Durchgang ein böser Schnitzer im Flachstück passiert, der enorm viel Zeit gekostet hatte. Die Ausfälle von Sponring und Paerson sicherten Gerg dann aber das Olympia-Ticket.

Martina Ertl weiter mit Problemen:
Auch der Heimslalom in Bischofswiesen hat für Martina Ertl nicht die Wende zum Besseren erbracht. Man sah ihr an, dass sie kämpfen wollte, aber im Finale fiel die Kombinations-Weltmeisterin von Platz 20 nach dem ersten Durchgang noch auf den 23. Platz zurück. Sicherlich wird Ertl nun eine schöpferische Pause einlegen, denn sie muss nunmehr den Kopf frei bekommen. In dieser Form hat sie bei Olympia keinerlei Medaillenchancen!

Stimmen:
Monika Bergmann: "Ich habe mich maßlos geärgert über den Fehler. So leicht habe ich hier ein besseres Ergebnis vertan. Für Olympia werden die Karten aber neu gemischt. Ich greife da voll an, denn ich habe sowieso nie etwas zu verlieren."

Maria Riesch: "Momentan fahr ich eigentlich alles gerne. Aber im Riesenslalom und im Slalom läuft es halt besonders gut. Dennoch will ich mich vorerst nicht spezialisieren. In der Schule muss ich wegen der ganzen Reiserei allerdings ein bisserl zurückstecken. Im Frühjahr werde ich mich dort dann reinhängen müsssen. Aber die Schule werde ich in jedem Fall beenden. Zunächst ist auch der Europacup für mich noch interessant. Dort will ich mich etablieren."

Annemarie Gerg: "Ich habe einen 'mords' Fehler im Flachstück gemacht. Es ist immer nur eine Kleinigkeit die fehlt. Die Olympia-Quali ist eben ein hartes Stück Arbeit. Ohne Fehler kann ich eigentlich unter die ersten zehn fahren. Ich freue mich aber dennoch riesig über das Olympia-Ticket. Jetzt hab ich es geschafft."