Mit drei Jahren wagte sich Denise - auch 'Denni' genannt - zum ersten Mal auf Skier, die sie mit sieben Jahren so gut beherrschte, dass sie die ersten VSS-Skirennen bestreiten konnte. Mit 17 Jahren kam sie bereits in die C-Nationalmannschaft. Aufgrund ihrer guten Resultate wurde sie immer weiter gefördert und durfte Anfang 1998 ihr erstes Weltcup-Rennen in Bormio bestreiten. Trotz der vielen Zeit, die der Leistungssport einnimmt, konnte Denise ein Jahr später die Handelsschule erfolgreich beenden.

Erster großer Erfolg bei der Junioren-WM
1999 fanden in Pra Loup - Le Sauze die Junioren-Weltmeisterschaften statt. Und dort konnte Denise Karbon für Aufsehen sorgen, als sie in ihrer Parade-Disziplin, dem Riesenslalom, die Goldmedaille gewann. Im darauffolgenden Winter fuhr sie dann auch ihre ersten Weltcup-Punkte ein. Mit einem 16. Platz in Serre Chevalier konnte die 19-Jährige auch im Profizirkus auf sich aufmerksam machen. Langsame Steigerungen, zunächst auf Platz elf, dann auf Platz neun in Maribor und Platz sieben in Cortina, brachten 'Denni' in Reichweite der Weltspitze.

Der Sprung auf´s Treppchen
Das Karbon vor allem im Riesenslalom ein enormes Potenzial hat, konnte die Konkurrenz bereits beobachten. Doch schaffte sie es lange Zeit nicht, zwei konstant gute Läufe ins Ziel zu bringen und so dauerte es bis Ende 2002 in Semmering, dass sie den Schritt auf das Podest machen durfte. Auch wenn sie sich diesen dritten Platz mit Nicole Hosp teilen musste war es ein großer Erfolg für die immer noch nur 22-jährige Italienerin.
Jetzt hatte sie Blut geleckt, wie man so schön sagt. Bei der WM in St. Moritz packte sie ihr ganzes Können aus und wurde sensationell Zweitplatzierte. Hinter Anja Pärson, aber vor dem Rest der Welt, schnappte sie sich die Silbermedaille und feierte damit den größten Triumph ihrer noch jungen Laufbahn.

2003/2004 drei Podiumsplätze
In der letzten Saison konnte Karbon, die fast nur noch im Riesenslalom startete, drei Mal auf das Treppchen steigen. Zunächst wurde sie in Park City Dritte, dann wurde sie Siegerin in Alta Badia, wo sie Nicole Hosp um 3 Hundertstel auf Platz zwei verwies und schließlich wurde sie beim Weltcupfinale in Sestriere Zweite. Die Form von Denise Karbon stimmt also und so könnte sie sich in den kommenden Jahren zur absoluten Spitzenathletin entwickeln.

Dank an ihre Eltern
Denise ist sehr froh, dass ihre Eltern und Freunde sie immer unterstützt haben, denn ohne diese Hilfe wäre sie vermutlich nie so weit gekommen. Doch ist dies sicherlich auch ihrer eigenen Geduld, Verbissenheit und ihrem Elan zuzuschreiben, da sie auch weiß, dass man - gerade in den technischen Disziplinen die sie ausübt - zu der Freude am Fahren auch eine gewisse kämpferische Einstellung benötigt. Trotzdem hat sie sich vorgenommen noch hart an sich zu arbeiten und konsequenter zu fahren.

Bloß nicht wehleidig
Die Italienerin hat sich schon mehrfach vom Verletzungsteufel erwischen lassen und so einiges mitgemacht. Zu längeren Pausen zwangen sie unter anderem je ein Kreuzbandriss in den Jahren 1993 und 1996, sowie ein Oberschenkelbruch 1993. Einen weiteren Riss im vorderen rechten Knie erlitt sie am 16. Februar 2001. Beim Training zu Anfang der Saison 2002/2003 brach sie sich zusätzlich den Unterarm und konnte an mehreren Folgerennen nicht teilnehmen. Natürlich litt ihre Form stark darunter.

Totalausfall in 2005 und Rückkehr in der Olympiasaison
Die Italienerin zog sich im Sommertraining 2004 eine schwere Verletzung zu und musste den gesamten Winter pausieren. Bereits beim fünften Weltcup nach ihrer Rückkehr in den Ski-Zirkus gelang ihr ein hervorragender zehnter Platz beim Riesenslalom Weltcup in Cortina d´Ampezzo 2006. Waren ihre Leistungen nach der Verletzungspause auch noch etwas instabil, so konnte sie doch wenigstens an den Olympischen Spielen teilnehmen, schied aber leider aus. Im Sommer 2006 hat sie ihre Salamon Ski gegen neues Material von Fischer eingetauscht und will damit in der kommenden Saison voll durchstarten. Außerdem hat sie verstärkt Slalomtraining mit ins Programm genommen, um sich auch in dieser technisch anspruchsvollen Disziplin mit unter die Weltelite zu mischen.

Riesenslalom-Königin
Der Winter 2007/2008 brachte für Karbon dann eine enorme Formsteigerung. In den ersten sechs Riesenslalom-Rennen holte sie fünf Siege und einen dritten Platz, auch ein gebrochener Daumen konnte sie in Ofterschwang nicht aufhalten. Durch diese Serie war ihr die kleine Kristallkugel für die beste Riesenslalomläuferin sicher.

Steckbrief:
Geboren: 16.08.1980 in Brixen
Nation: Italien
Heimatverein: Gr. Sciatori Fiamme Gialle
Web: http://www.denisekarbon.it

Erfolge:
Es folgt ein Blick in ihren Karrierespiegel der jungen Italienierin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): GS (DNF2)
2002 in Salt Lake City (USA): GS (14)

Weltmeisterschaft:
2003 in St. Moritz (SUI): SL (27), GS (2)
2001 in St. Anton (AUT): SL (DNF), GS (DNQ2)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Zweite im Riesenslalom 2004
sechs Weltcup-Siege