Die 30-jährige Lenggrieserin Annemarie Gerg wurde am 14. Juni 1975 geboren. Mit 1,74m Größe trat sie im Kader des DSV-Teams in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom an. Gelernt hat sie den Beruf der Polizeimeisterin beim BGS, 'ihr' Verein ist der SC Lenggries in dem auch Martina Ertl und Hilde Gerg zu internationalen Größen wurden.

Weltcup-Debüt 1994
Bei ihrem Weltcup-Debüt 1994 in Park City konnte Annemarie das Ziel leider nicht erreichen, nachdem sie bei der Junioren-WM Zweite in der Abfahrt und Dritte im Super-G geworden war und somit den größten Erfolg ihrer Karriere feierte. Ihre ersten Weltcup-Punkte fuhr die damals 20-Jährige in Val d'Isere beim Riesenslalom ein, als sie den 18. Platz schaffte. Ihre Präsenz im Weltcup war in der nächsten Zeit aber nicht von Erfolg gekrönt, zahlreiche Ausfälle trugen nicht zur Leistungssteigerung der Lenggrieserin bei. Ein gutes Jahr war 1996, als sie Elfte in Crans Montana und Sechste in Zwiesel wurde.

Keine Top-Platzierungen im Weltcup
In den kommenden Jahren konnte Gerg es ihrer Namensvetterin und Cousine Hilde Gerg nicht gleichtun und versank im Mittelmaß des Skiweltcups. Viele Starts, aber keine guten Platzierungen waren ihre Ausbeute. Im Europacup fuhr sie einige gute Rennen, doch den endgültigen Anschluss an die Weltspitze konnte sie nicht schaffen, das Leistungsniveau schien doch zu fehlen.

Überraschungscoup 2003
Nachdem Annemarie, die gerne Mountainbike fährt, Musik hört und auch mal feiern geht, lange auf einen Ausreißer nach oben warten musste, erwischte sie jeweils am Ende der Jahre 2002 und 2003 endlich einmal sehr gute Tage. 2002 wurde sie in Lenzerheide und Semmering Fünfte und Sechste. 2003/2004 dann konnte sie hinter ihrer Teamkollegin Monika Bergmann in Lienz zwar den undankbaren vierten Rang erreichen, freute sich dennoch sehr über das gute Ergebnis. Auch die Konstanz kehrte wieder in ihre Beine zurück, drei 14. Plätze zum Ende der Saison im Slalom ließen für die folgende Saison hoffen.

Wieder in den Top Ten
Auch in der Saison 2004/2005 fuhr Gerg wieder in die Top Ten. Beim Slalom in Santa Caterina reichte es zum fünften Platz, nachdem die Deutsche in beiden Durchgängen konstante Leistungen zeigte und beinahe ihren ersten Podestplatz der Karriere schaffte. Und auch Ende November 2004 in Aspen war sie als Siebte unter den besten zehn. Dies waren jedoch auch die einzigen Top-Platzierungen von Gerg.

Erfolgloses Saisonende überschattet guten Auftakt
Ein vielversprechender Saisoneinstieg gelang Annemarie Gerg mit ihrem fünften Rang beim Weltcup-Slalom in Aspen im Dezember des Jahres 2005. Weitere Platzierungen in den Top Ten oder auch in der Nähe der ersten Zehn ließen auf eine erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Spielen hoffen. Auch wenn es für eine Medaille nicht ganz reichte, so konnte sie bei diesem Großereignis mit einem siebten Platz im Slalom doch sehr zufrieden sein. Leider beendete sie drei der vier darauffolgenden Weltcups nicht, bei einer Zielankunft wurde sie 29.

Zweite in Val d`Isere - dann Rücktritt
Viermal kam Annemarie Gerg im Winter 2006/2007 unter die besten 15, Höhepunkt ihrer Karriere war der zweite Platz im Slalom von Val d`Isere kurz vor dem Weihnachtsfest 2006. Viel Pech ließ sie weitere Erfolge verpassen, einige Ausfälle aus guter Position verhinderten im Weltcup, aber auch bei der WM in Are 2007 weitere Highlights. Allerdings blieb Gerg nicht frei von Schmerzen: Das Knie sorgte für anhaltende Probleme, die dann auch im September 2007 Grund für ihren Rücktritt war.

Steckbrief:
Geboren: 14.06.1975
Nation: Deutschland
Heimatverein: Ski Club Lenggries
Größe: 173 cm
Gewicht: 65 kg
Hobbies: Mountainbike, Ausgehen, Musik, Sauna

Erfolge:
Das erste Weltcuprennen ihrer Karriere fuhr Gerg in Park City. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel der Deutschen Fahrerin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): SL (7), GS (DNF2)
2002 in Salt Lake City (USA): SL (DNF), GS(22)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): SL (DNF)
2005 in Bormio (ITA): GS (17), SL (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): GS (21), SL (DNF)
2001 in St. Anton (AUT): GS (DNF), SL (13)
1999 in Vail (USA): SL (DNF)
1997 in Sestriere (ITA): SL (16), GS (DNF)
1996 in Sierra Nevada (SPA): SL (DNF), GS (DNF)

Weltcup:
13. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom 2003
zehn Plätze unter den besten Zehn