Vom 14. bis 17. März 2002 trifft sich die Freeride Elite der Skifahrer und Snowboarder am Nebelhorn in Oberstdorf.
Zum ersten Mal in Deutschland starten dabei Snowboarder und Skifahrer zusammen in einem Freeride-Wettkampf. Die Idee kam aus der Freeriding Szene selbst, der Wettkampf wird von Fahrern der Szene für Fahrer der Szene organisiert. Gemeinsam werden in hochalpinem und unpräpariertem Gelände spektakulärste Linien gefahren. Gewertet wird allerdings in zwei getrennten Gruppen aber nach den gleichen Kriterien: da heißt es, die spektakulärste aber eine gleichzeitig sicher gefahrene Linie zählt! Es geht darum in steilstem und schwierigstem Gelände der beste Fahrer zu sein, unter Gleichgesinnten eine gute Show zu liefern.

Der Contest:
Der Ursprung dieser Wettkämpfe war der gemeinsame Spass am Fahren in schweren Hängen. Überflüssige Regeln gibt es nicht. Dann geht es darum, die optimale Linie in einem Hang von ca. 400 Meter Breite wählen. Die Begrenzung des Hanges gibt allerdings die Natur vor. Links und Rechts des Areals sind definitiv keine Linien möglich.

Der Berg gibt die Regeln vor:
Der „Sportplatz“ dafür ist die natürliche Form des Berges. Die Regeln bestimmt die Natur. Bewertet werden die Fahrer von einer Gruppe Juroren, die selbst Fahrer sind. Zählen wird der Gesamteindruck. Gezeigt werden soll dabei eine gute Fahrtechnik, eine kreative Linie zu der auch Sprünge über Felsen gehören können und die sichere Beherrschung der Situation. Die besten Fahrer der Welt werden authentisches Freeriding präsentieren.

Die Starter des NBH Extreme müssen wie bei allen Freeriding Contests eine Sicherheitsausrüstung tragen (Helm, Rückenprotector)

Für den Zuschauer bietet sich beim NBH Extreme die Möglichkeit, diesen spektakulären Event von der Piste aus zu verfolgen. Das Skifahren und Snowboarden in reinster Form zu erleben und diesen „Freigeistern“ des Wintersports zu zujubeln.

Der Freeriding Sport:
Snowboarder und Freeskiier werden das zeigen, was sie selbst am liebsten tun. Durch die Annäherung von Skifahren und Snowboarden in den vergangenen Jahren ist dabei auch die Idee aufgetaucht, einen Event für beide Sportarten zu veranstalten. Der Style der Freerider beider Sportarten ist heute sehr ähnlich.
Entscheidend für diese Entwicklung war die Veränderung der Boards und Ski. Die neuesten Freeride Ski sind breit, lang und weniger stark tailliert. Der Skifahrer schwimmt auf dem Tiefschnee auf, der Ski fährt sehr richtungsstabil durch alle Verhältnisse. Auch hohe Sprünge über Felsen können mit den stabilen Geräten sicher gelandet werden. Auf diese Weise sind Kreativität und Sicherheit bei hohen Geschwindigkeiten im Tiefschnee möglich. Auch Freeride Snowboards sind länger und weniger tailliert als Pistenbretter. Genau diese Entwicklung führte dazu, dass mehr möglich war, als im Tiefschnee nur Kurzschwünge zu fahren. Durch Kurzschwünge tauchte der Ski immer wieder in den Schnee ein und aus dem Schnee auf. Anders konnten die schmalen Ski im Tiefschnee kaum gedreht werden. Es war also nicht viel mehr möglich als kurze Schwünge zu fahren.
Aber welcher Skifahrer fährt auf der Piste nur mit kurzen Radien? Ein guter Fahrer will mehr. Er will sich natürlich und frei bewegen. Seinen Bewegungen durch Kreativität Ausdruck geben. Mit den neuen Freeride Ski bewegt man sich eher wie ein Surfer auf dem Wasser. Man taucht wenig ein und kann völlig frei seine Linie suchen. Längere Kurven, kurze, dynamische Kurven, höchste Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h, das alles ist möglich. Für Skifahrer und Snowboarder.

Doch ganz neu ist dieser Gedanke nicht. In den Anfängen des Skisports gab es keine Pisten. Die Ski waren länger und die Fahrer konnten sich geschickt und kreativ im Schnee bewegen. Freeriding ist die Renaissance des ursprünglichsten Skifahrens. Der Film „Der weiße Rausch\" von 1931 belegt das mit eindrucksvollen Aufnahmen aus St.Anton.

Fahren und feiern:
Die Ski und Board Industrie hat alte Bauprinzipien aufgegriffen und diese mit modernen Materialien verbunden. Inspiriert von der Subkultur der Freerider, die mittlerweile Lebensausdruck vieler Topsportler ist. Freeride Skifahrer und Snowboarder sind Hochleistungssportler in extremen Situationen. Fahrer, die nicht mehr auf Kunstschnee trainieren wollten. Fahrer, die nicht den ganzen Winter in Slalom oder Riesenslalomtoren fahren wollten, sondern in natürlichen Situationen. In Skirennen entscheidet zudem, wer den am besten präparierten Ski fährt. Beim Freeriden wird kein Rennanzug getragen und kein Ski gewachst. Der NBH Extreme zeigt eine Szene so wie sie ist. Die besten Freerider der Welt treffen sich, um zu fahren und zu feiern.

Feste Spielart des Wintersportes:
Das die Entwicklung dieser Facette des Schneesports nicht zu unterschätzen ist zeigt sich letztlich nicht nur daran wie viel Freeride Geräte von der Industrie mittlerweile produziert werden. Auch Profi-Verbände wie der Deutsche Skilehrer Verband nehmen dieses Thema in Ihrem Programm auf. Mehrere Fachzeitschriften erscheinen und jährlich werden neue Videos mit den Besten Fahrern der Welt gedreht. Freeriden ist von einer kleinen Subkultur zu einer festen Spielart des Wintersports geworden.