Nach Ansicht der österreichischen Staatsanwaltschaft ist der schwere Trainingsunfall, der am 31. Oktober zum Tod der französischen Ski-Rennläuferin Regine Cavagnoud führte, offenbar nicht nur dem Trainer des französischen Teams, Xavier Fournier anzulasten, der den Start frei gegeben hatte. Die fehlende Koordination beider Teams untereinander beim Training hätte das Unglück verursacht. So könnte es sein, dass das deutsche Teammitglied Djesimir Beranic, den Start Cavagnouds beobachtete, aber dies nicht seinen Teamkollegen meldete.

Sprachschwierigkeiten spielten eine Rolle
Ein sprachliches Missverständnis über eine Startpause könnte der Auslöser für den tragischen Start der Super G-Weltmeisterin gewesen sein. Die Mitglieder beider Teams hätten sich nur schwer untereinander verständigen können, erklärte der Staatsanwalt Heinrich Cede in einem Interview.
Die deutsche Mannschaft war davon ausgegangen, es bleibe bei der verabredeten Startpause. Währenddessen war Regine Cavagnoud bereits gestartet und prallte mit dem Trainer Markus Anwander zusammen, der sich hinter einer Kuppe bei der Präparierung der Piste befand.

Ermittlungen gegen Unbekannt
Mehr Klarheit soll es im Januar geben, wenn deutsche und französische Teammitglieder vor Gericht in Zell am See verhört werden. Die Behörde ermittelt derzeit gegen Unbekannt wegen menschlichen Versagens mit Todesfolge. Nach österreichischem Strafgesetz könnte eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren ohne Bewährung verhängt werden.