Im italienischen Val Gardena (bei Gröden) jubelten die Tifosi ausgelassen über den Abfahrts-Triumpf des 32-jährigen Kristian Ghedina aus Cortina. Er siegte in der Zeit von 2:01,07 Min. vor dem Norweger Lasse Kjus (2:01,63 Min.) und dem Italiener Kurt Sulzenbacher (2:02,20 Min.). Auf den Plätzen vier und fünf landeten die beiden Österreicher Stephan Eberharter und Peter Rzehak.

Kjus machte es spannend:
Kristian Ghedina, bekannt als der Italiener im Team der vorwiegend aus Südtirolern bestehenden Abfahrtsmannschaft der Azuri, hatte auf seiner Haus-Strecke in Val Gardena zunächst das Heft des Handelns fest in der Hand. Er legte einen sauberen Lauft hin, fand auch in den 'Kamelbuckeln' die beste Linie und führte souverän. Doch mit der Startnummer 20 attackierte der routinierte Norweger Kjus noch einmal die Bestmarke von Ghedina, der im Ziel erleichtert aufatmete, als Kjus die Zeit knapp verfehlt hatte.

Sulzenbacher und Rzehak überraschen:
Der Südtiroler Sulzenbacher und der Österreicher Rzehak zeigten auf der Saslong-Strecke überragende Leistungen. Gerade Sulzenbacher konnte erneut in die Top-Ränge vorfahren, nachdem er in Val d`Isere schon einen zweiten Platz belegt hatte.

Stankalla und Rauffer fuhren hinterher:
Die DSV-Fahrer fuhren hinter der Musik her. Max Rauffer merkte man bei seiner ersten Abfahrt nach sechswöchiger Verletzungspause noch das vorsichtige Abtasten an. Auch Stefan Stankalla, der im Super G seine Stärken hat, traute sich auf der anspruchsvollen Piste nicht viel zu. Stankalla belegte Rang 41, Rauffer Rang 44.

Stimmen:
Ghedina: "Hier gefällt es mir einfach gut. Ich kenne diese Strecke, kann quasi die Augen zumachen. Heute mit der geraden blauen Linie ging es besser. Gestern im Training hatte ich ja beinahe Kopfschmerzen von der geschwungenen Hilfslinie. Heute bin ich sehr zufrieden."

Lasse Kjus: "Ich hab mich heute gut gefühlt, kämpfe wieder mit den besten Skifahrern. Der Saisonstart war nicht so gut für mich. Heute ist das Ergebnis für mich eine kleine Überraschung."

Stephan Eberharter: "Ich bin hier nie richtig schnell gewesen. Hier muss ich mir erst einmal die Rennanalyse anschauen. Die Sicherheitsvorkehrungen hier sind im übrigen sehr gut."

Max Rauffer: "Ich bin seit 6 Wochen jetzt erstmals wieder dabei. Sicher war ich vorher viel näher an der Weltspitze dran. Doch ich muss jetzt von Tag zu Tag denken und mich wieder herankämpfen. Mit der Fahrt heute bin ich dennoch zufrieden."