Ski2b: Wann haben Sie mit dem Skisport angefangen, seit wann fahren Sie Carving-Rennen?
Petra Messerer: Ich habe in der Jugend angefangen mit Slalom, Riesenslalom und Abfahrt, habe dann lange pausiert und fahre jetzt seit zwei Jahren die FIS Carving Rennen.

Ski2b: Was war für Sie der absolute Höhepunkt in ihrer Laufbahn?
Petra Messerer: Letztes Jahr das Finale in Todtnau, das war ein Top-Rennen. Der Hang was richtig steil. Ich konnte mich für das Finale qualifizieren, wo ich dann zwar mit dem Lauf nicht ganz zufrieden war - am Abend vorher habe ich meinen 30. Geburtstag ausgiebig gefeiert - aber immerhin auf den 11. Platz der Damen vorfuhr. Alles in allem habe ich die Super-Stimmung und das Gemeinschaftsgefühl unter den Läufern in sehr guter Erinnerung.

Ski2b: In Todtnau sind die Rennen im Carve-Duell-Modus ausgetragen worden. Ist das K.O.-System und das Rennformat der Carve-Duelle eine Alternative zum Zeitfahren und eine Möglichkeit, die Rennen spannender und für das Publikum attraktiver zu machen?
Petra Messerer: Fürs Publikum und auch für den Fahrer selber. Es ist für jeden einfach eine wahnsinnige Spannung drin. Der Ehrgeiz und der Kampfgeist ist wesentlich höher, wenn man gegeneinander fährt.

Ski2b: Der Start der diesjährigen FIS Carving Cup Reihe ist schon zweimal nach hinten verschoben worden, jetzt auf den 26. Januar in Folgaria. Ist es nicht schwierig für die Sportler, sich auf die wechselnden Termine und Veranstaltungsorte einzustellen?
Petra Messerer: Man muss schon wahnsinnig flexibel sein. Als Polizeibeamte arbeite ich oft auch am Wochenende. Da die Rennen zusammen mit der Qualifikation das ganze Wochenende in Anspruch nehmen, muss man sich mit den Kollegen arrangieren und das ist nicht immer kurzfristig möglich. Aber man muss auch anerkennen, dass sich die Veranstalter sehr sehr viel Mühe geben, und auch mal kurzfristig Rennen übernehmen, wenn es nötig ist.

Ski2b: Wann werden Sie Ihr erstes Rennen fahren?
Petra Messerer: Ich möchte in Folgaria auf jeden Fall dabei sein und habe auch vor, danach alle weiteren Rennen zu fahren. Aber das hängt davon ab, ob es sich beruflich einrichten lässt.

Ski2b: Was sind Ihre sportlichen Ziele in dieser Saison?
Petra Messerer: Zuerst einmal hoffe ich, dass ich mich für das Goldwin Carve Team qualifizieren kann. Der Peter Dürr nominiert immer vier Läufer für das Team, meistens ist eine Frau dabei. Dann will ich mich natürlich für das Finale qualifizieren, allerdings sind die italienischen und auch die schweizer Damen sehr sehr stark.

Ski2b: Wie laufen die Trainingsvorbereitungen für die Rennen?
Petra Messerer: Ich habe aus beruflichen Gründen noch nicht mit dem Training anfangen können. Für mich ist es also gar nicht so tragisch, dass sich die Rennen so weit nach hinten verschoben haben. Morgen gehe ich erst mal Ski fahren, zusammen mit Hermann Wellinger und Anton Gstadter. Bei uns läuft das so, dass Peter Dürr uns alle anruft und fragt, wer Zeit hat. Entweder fahren wir dann einfach locker Ski, oder wir stellen ein paar Boien auf und trainieren.

Ski2b: Zur Zeit ist eine Ausweitung der FIS-Rennen zu einer Europäischen Rennserie mit dem Namen „European Challenge“ im Gespräch - Was halten Sie davon?
Petra Messerer: Natürlich wäre das super für uns als Rennläufer. Dann würden die Wettkämpfe sicher stärker beachtet werden. Es ist toll zu fahren und macht Spaß, aber man steht mit diesem Sport doch eher im Hintergrund. Ein Rennen auf europäischer Ebene wäre da sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

Ski2b:Viel Spaß und Erfolg bei den Vorbereitungen. Und: Da man ja nur einmal den 30. Geburtstag feiert, steht einem Platz unter den Top 10 in diesem Jahr doch wohl nichts mehr im Wege... ?