Golf ist uns als Nationalsport der Schotten wohlbekannt, aber wie viele Namen von Skifahrern aus dem Land des Kilts fallen einem spontan ein? Keiner? Das dürfte sich aber schon bald ändern (und hat es auch schon), denn Alain Baxter aus Aviemore, im Norden Schottlands, hat sich nach und nach einen Namen in der Elite der Slalom-Fahrer gemacht. Und selbst nennt er sich - natürlich - der Highlander.
Derzeit belegt der Mann, der die britischen Ski-Rekordbücher umgeschrieben hat, den 11. Platz in der Weltrangliste. Das ist die höchste Position die jemals ein britischer alpin Skifahrer innehatte. Und es ist sogar noch mehr drin, wenn man den Worten von Christian Schwaiger, seit 1999 Baxters Trainer, glauben darf. Der Österreicher, Anfang der 90er selbst ein erfolgreicher Fahrer auf der Profi-Tour, spricht von einer sehr guten Vorbereitung mit einem neuen, 158cm-Ski, den Baxter und Kilian Albrecht zusammen mit Head abgestimmt haben.

Seit 10 Jahren dabei
Sein harter Kampf in den Kreis der 6.000 international registrierten Rennläufern ist von seiner Entschlossenheit zum Sieg und seinem Talent geprägt. Und einige sind der Meinung, dass er einfach dazu bestimmt ist, bei den besten mitzufahren.

Zeit scheint reif:
Und die Zeit scheint wirklich reif zu sein für den Highlander, der bereits 1991 mit 16 Jahren für das britische Ski alpin Team ausgesucht wurde. Seit 1996 hat er insgesamt 266 FIS-Rennen bestritten, darunter 130 Slaloms und 120 Riesenslaloms.
Und in 60% der Rennen erreichte er in beiden Durchgänge das Ziel, was bei dieser schwierigen Disziplin gar nicht selbstverständlich ist.
In 6 Weltcuprennen 2001 schaffte er eine Plazierung unter die ersten 20.

Das Talent ist vererbt
Seine Eltern, Sue und Ian Baxter, waren selbst Mitglieder im britischen Ski Team und machten sich später auch einen Namen als herausragendes Trainerteam für Talente. Also ist es keine Überraschung, dass ihr erster Sohn den Namen ihres Lieblingsfahrers, dem französischen Ski-Star der 70er Alain Penz, gaben.
Auf den Hängen in Aviemore wurde der kleine Alain dann auch von seinen Eltern mit dem Sport vertraut gemacht und entwickelte schon bald herausragende Fähigkeiten auf dem Ski.
Darüber hinaus ist er auch ein sehr guter Hockeyspieler (auf dem Feld und auf dem Eis) und spielt noch manchmal zum Spaß im Team seiner Heimatstadt. Aber zum Glück für das britische Team gehört sein Herz dem Skisport.

Mit Nebenjobs zum Weltcup
Bei jährlich 30 Wochen im Schnee mit Training, Rennen und Reisen durch die Schneeregionen der Welt, hat Alain Baxter natürlich auch die Tiefen des Sports erlebt. Vor allem Probleme beim Sponsoring ließen ihn mehrmals fast das Handtuch werfen.
Eine kleine Gruppe privater Sponsoren und eine Reihe von Nebenjobs als Landschaftsgärtner oder einfacher Arbeiter in der trainigsfreien Zeit halten ihn im Geschäft und lassen ihn weiter Rennen fahren.
Und sein Glaube an sich selbst, sein unbedingter Wille und ein hartes Training lassen ihn und seinen Trainer für die Zukunft viel Zuversicht ausstrahlen.
Schließlich haben ihn diese Tugenden eines echten Highlanders 1998 pünktlich für die Winterspiele in Nagano unter die Top 100 gebracht.

Der kleine Einbruch nach Nagano:
Es folgten durchwachsene Winter mit Höhen und Tiefen. Lediglich am Anfang und am Ende des Weltcups gab es Positionen unter den ersten drei in Deutschland, Österreich und Slowenien.
Die Saison hatte allerdings ihre Spuren hinterlassen und Baxter war letztendlich mit seiner Entwicklung nicht mehr voll zufrieden

Das soll sich allerdings in diesem Winter ändern. Mit frischer Kraft und neuem Ski will „Biddy“, wie ihn seine Freunde nennen, sicherlich nicht nur seinen tollen 11. Platz in der Weltrangliste halten, sondern auch darüber hinaus einiges bewegen. Damit man in Zukunft bei Sport in Schottland nicht mehr sofort an Golf denkt...