Hermann Maier macht Druck. Am 24. August war Österreichs Ski-Held Nummer eins bei einem Mototrradunfall schwer verletzt worden. Nun kreisen seine Gedanken um ein schnelles Comeback.

Maier ungeduldig:
\"Es geht mir alles etwas zu langsam\", monierte der Flachauer nun bei einem Pressetermin Ausrüsters Atomic in Altenmarkt.

Erste Schuhprobe brachte Ernüchterung:
Eine erste Skischuh-Probe liegt bereits hinter dem 28-Jährigen, der unbedingt die Auswirkungen seines Schien- und Wadenbeinbruches in der "Skifahrer-Dienstkleidung" beurteilen wollte. Das Resultat der Aktion bestätigte die Befürchtungen: \"Wie befürchtet liegt die Bruchstelle genau am Skischuhrand. Mit dem Schienbein gibt es keine Probleme, denn da ist ja der Nagel drin. Aber die gebrochene Wade schmerzt im Schuh\", führte Maier aus.

Spezialmaterial hilft nur bedingt:
"Volle Unterstützung" für Maier versprach indes der Atomic-Geschäftsführer Michael Schineis. Sein Star hält allerdings nicht sehr viel von Spezialanfertigungen.\"Es ist gut und schön, wenn ich niedrigere oder höhere Schuhe probiere, oder weichere Skier bekommen soll. Aber die sind nur ein Übergang, ein Hilfsmittel für die erste Phase zum Comeback\",erklärte der Doppel-Olympiasieger von Nagano 1998. "Wenn ich wieder so fahren will wie früher, brauche ich auch dasselbe aggressive Material. Nur dann kann ich wieder Erfolg haben.\"

Harte Arbeit für das Comeback:
Gut acht Stunden täglich quält sich der Österreicher derweil durch sein Trainingsprogramm. Viel Zeit investiert Maier in Gleichgewichts- und Koordinationsübungen. Sein gebrochenes rechtes Bein bereitet ihm dabei kaum Probleme. Jedoch behindert Hermann ein eingeklemmter Nerv am linken Fuß, "da fehlt mir noch das Gefühl, und daher ist es auch schwer, zu trainieren."\

Verzicht auf Schmerzmittel - kein Kampfgewicht:
Auf Schmerzmittel verzichtet der Alpenvulkan komplett. "Da kann man schnell abhängig werden. Teilweise habe ich durch das viele Training am Abend solche Schmerzen, dass ich gar nicht einschlafen kann\", erzählt er. Gut 10 Kilo fehlen Maier zudem noch an seinem Kampfgewicht. Die fehlende Muskelmasse muss neu aufgebaut werden

Schmerzen im Herzen:
Mit Bauchschmerzen denkt Hermann Maier an die Rennen in Beaver Creek. Der Weltcup-Auftakt in Sölden hatte noch nicht so sehr an seiner Skifahrerseele genagt. Doch die Lust auf Skirennen ist im Flachauer erneut erwacht.
\"Aber in zweieinhalb Wochen, wenn die anderen in Beaver Creek fahren, wo ich schon so viele Erfolge gefeiert habe, wird es schmerzen im Herzen.\"