Der deutschen Ski-Nationalmannschaft steht in den kommenden Tagen der anstrengende Transfer nach Nordamerika bevor. Dort werden ab dem 22. November die nächsten Weltcuprennen ausgetragen. Im deutschen Lager blickt man trotz der angespannten weltpolitischen Lage der bevorstehenden Dienstreise gelassen entgegen.

Professionelle Einstellung:
"Die Rennen finden statt, deshalb müssen wir rüber. Es wäre blödsinnig, Panik zu schieben. Wen interessieren in den USA schon Ski-Rennen", beruhigte der deutsche Damen-Cheftrainer Wolfgang Maier die Gemüter. Auch die Slalom-Olympiasiegerin Hilde Gerg reagierte vor dem Trip besonnen: "Das Risiko ist kalkulierbar. Wenn etwas Gröberes passiert, wird uns der Ski-Verband hoffentlich schnell nach Hause holen."

Kombinations-Weltmeisterin Martina Ertl macht sich für die Rennen in Übersee selber Mut. "Wir machen uns schon Gedanken, aber generell denke ich, dass wir nicht in Gefahr sind."

"Schutz der Mannschaft hat Priorität"
"Der Schutz der Mannschaft hat absolute Priorität." Der Technische Leiter der Alpinen, Alpin-Chef Walter Vogel, steht in ständigem Kontakt mit dem Außenministerium. Immerhin sind Terror-Angst und die Sorge um weitere Milzbrand-Attacken weiterhin reale Bedrohungen. Dennoch hat bislang kein Aktiver seine Teilnahme an dieser Dienstreise abgesagt. "Diese Reise kann man einem Berufstätigen zumuten, der sich international bewegt", schätzt Vogel zudem die momentane Lage ein.

Skisport will Zeichen setzen:
Das Gastspiel des Ski-Weltcups soll als Zeichen gegen den Terror verstanden werden. Vom 22. November bis zum 02. Dezember wird die Ski-Elite in jeweils fünf Damen-und Herren-Rennen auf die Jagd nach Weltcup-Punkten gehen. Dabei macht der Ski-Tross Station in Aspen, Lake Louise und Vail/Beaver Creek. "Alle Signale stehen auf Grün", bekräftigte Günter Hujara, der Renn-Direktor des Ski-Weltverbandes FIS.

Logistik rückt ins Blickfeld:
Die veränderte weltpolitische Lage und die zusätzlichen Einschränkungen im Flug-und Frachtverkehr stellen auch die logistischen Belange des Ski-Weltcups vor neue Herausforderungen. Alternative Terminplanungen haben die Ski-Funktionäre laut Hujara bereits durchgespielt. Mit Blick auf die Olymischen Spiele im kommenden Februar in Salt Lake City gerät die jetzige Amerika-Reise immer mehr auch zur Generalprobe des Management.

Sechs Tonnen Gepäck für Team Germany:
Die Bestimmungen sehen vor, dass die sechs Tonnen Reisegepäck der DSV-Nationalmannschaft in Häppchen mit je 32 Kilo aufgeteilt werden müssen. "Das entspricht ca. 200 Koffern", so Vogel.

Direktflüge sind Mangelware:
Über Kanada geht es für die Alpinen weiter in die USA nach Aspen. Auch der Rückflug ist nur über Umwege zu bewältigen. Die FIS strich wegen dieser Problematik bereits den ersten Trainingstag vor den Europa-Rennen in Val d\'Isere (6.-9. Dezember).