Kaum zwei Monate nach dem schweren Motorradunfall des österreichischen Skistars Hermann Maier machen Gerüchte über ein mögliches Comeback des "Herminators" bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City im Februar 2002 die Runde.

Spezialausrüstung soll Vorhaben unterstützen:
Zur Realisierung dieses Vorhabens haben der Skihersteller Atomic und der Schuhhersteller Lange eigens Entwickler bereitgestellt, die spezielle Ski und Skischuhe für den Olympiasieger und Weltmeister herstellen sollen, damit der Skiheld der Nation eventuell über die Weihnachtsfeiertage schon mit dem Schnee-Training beginnen kann.

ÖSV dementierte sofort:
"Jeder soll vermuten und spekulieren. Es gibt keinen derartigen Plan", dementierte Peter Schröcksnagel, Präsident des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV), bereits am Wochenende alle Vermutungen. "Alles Schwachsinn", lautete der knappe Kommentar des ÖSV Herren-Cheftrainers Toni Giger, der auch ohne seinen Superstar auf ein ordentliches Abschneiden seiner Mannschaft beim Weltcup-Auftakt in Sölden am 28.Oktober hofft.

Ärzte halten Maier für Sonderfall:
Die Ärzte sind indes positiv überrascht vom Heilungs-Fortschritt ihres Patienten. "Die Bruchheilung geht beim Hermann schneller als bei normalen Patienten", konstatierte dessen Arzt Artur Trost nach einer Röntgen- Untersuchung.

Maier immer ungeduldiger:
"Mir geht\'s halt noch immer ein bisserl zu langsam", machte der 28-jährige Flachauer aus seiner Ungeduld keinen Hehl. Dabei kann er beinahe schon wieder ganz normal laufen. "Jetzt ist es mir einmal wichtig, dass ich von den Schmerz-Medikamenten völlig wegkomm\', dass ich wieder normal schlafen kann, und dass ich langsam wieder an Gewicht zulege», setzt sich der ehrgeizige Ausnahmefahrer bereits neue Ziele. Schon seit Wochen trainiert Maier wieder auf dem Fahrradergometer.

Olympiastützpunkt arbeitet an Comeback:
Im Olympiastützpunkt Obertauern arbeitet man fieberhaft an den Rahmenbedingungen für ein möglichst schnelles Comeback des Herminators. "Wenn alles gut läuft und der Fuß mitspielt, will sich Hermann Ende Januar einer internen Qualifikation mit den ÖSV-Spitzenläufern stellen. Ist er bei den Zeitläufen vorne dabei, startet er bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City", gab Wolfgang Mayerhofer, Österreich-Geschäftsführer bei Atomic, gegenüber den "Salzburger Nachrichten" bekannt.

Giger und Okresek wiegeln ab:
"Momentan geht es nicht um einen Comeback-Termin, sondern um die Koordination der Maßnahmen, die Sinn machen. Wenn man zum Beispiel einen Spezial-Skischuh baut, dann benötigt das drei Monate Vorlauf- Zeit. Also haben wir das gemacht, unabhängig davon, wie es mit Hermann wirklich weitergeht", nahm Trainer Giger jedoch gleich wieder Wind aus den Segeln. "Das Thema Olympia ist derzeit im Olympiastützpunkt tabu, weil noch keiner mit dem Hermann darüber gesprochen hat. Er muss jetzt erst einmal gesund werden. Und dass mit den Skitests jetzt schon begonnen wird, ist nur logisch, damit man für den Fall der Fälle gerüstet ist und bei einer etwaigen Rückkehr nicht von 0 auf 100 starten muss", fügte Maier-Sprecher Knut Okresek an.