Neue Hoffnung in Österreich. Hermann Maier wird nach seinem Motorradunfall das verletzte Bein wohl nicht verlieren.

Der Fuß muss erhalten bleiben:
Maier selbst hatte noch am Unfallort die Lage erfasst. \"Mir ist egal, ob ich wieder Skifahren kann. Doch das Bein muss erhalten bleiben. Ich will wieder normal gehen können. \"Er war sehr gefasst\", beschrieb auch Trost (behandelnder Chirurg) den Zustand Maiers.

Sorge um den Erhalt des Beines zunächst berechtigt - Entwarnung:
Zunächst hatten die Ärzte eine mögliche Amputation des Unterschenkels nicht ausschließen können. Erst mussten Lacksplitter vom Knochen entfernt werden. \"Ein Teil des Schienbeinknochens dürfte noch in Radstadt liegen\", lautete die nüchterne Nachbetrachtung des Chirurges, der nach zweistündiger OP Unterstützung von den Kollegen der plastischen Chirurgie erhielt, die sich dann mit dem Wiederaufbau des Unterschenkels zu beschäftigten hatten. Ein Großteil der Muskulatur dort fiel starken Quetschungen zum Opfer. Ebenso mussten Hautstücke, die man Maier zuvor vom Oberarm entfernt hatte, an den Unterschenkel verpflanzt werden. Das Bein scheinen die Ärzte allerdings gerettet zu haben.

Trost schließt Olympia-Teilnahme aus:
Mit Tränen in den Augen beantwortete der Oberarzt die von Reportern gestellte Frage nach einem möglichen Olympia-Comeback: \"Nein. Aus medizinischer Sicht ist das chancenlos\". Einige Trainer hatten zuvor die vage Hoffnung verbreitet, dass der als Kämpfer bekannte Maier doch die Kraft für einen Start bei Olympia aufbringen könnte.

Maier in depressiver Stimmung:
Hermann Maiers erste Worte nach dem Erwachen aus der Narkose sind bezeichnend für seinen momentanen Seelenzustand. \"Es schaut nicht gut aus Doktor, gell\". Niemanden wollte er bislang an sein Krankenbett lassen. Noch bis Mittwoch ist der Alpenvulkan auf der Intensivstation, die von Polizisten bewacht wird, zur Beobachtung und Nachversorgung untergebracht. Selbst seine Familie mochte der gelernte Maurer nicht empfangen. \"Er ist ungewöhnlich getroffen\", skizzierte auch Trost die Gemütsverfassung des dreimaligen Gesamt-Weltcupsiegers.

Kollektive Trauer in Austria - Superstar Hermann:
Die Österreicher reagieren geschockt. Maiers Unglück füllt die Headlines, alle Frensehsender berichten in Sondersendungen, Genesungswünsche aus dem Volk überfluten die Homepage des Herminators. Auch wenn man den einzigen Sportler von Weltformat in der Alpenrepublik dort entweder liebt oder hasst, jetzt stehen alle Österreich hinter ihrem Abfahrts-Idol.

Drama am Freitagabend:
Am Freitagabend (20.15 Uhr) war zuvor auf der Bundesstraße 99 im salzburgischen Radstadt das Unfassbare für die österreichische Skination geschehen. Auf dem Heimweg vom Training war der Nationalheld Hermann Maier mit seinem Motorrad verunglückt. Er war bei einem Überholmanöver in den Mercedes eines 73-jährigen Müncheners gerast, der verkehrswidrig links abbiegen wollte.