Ulrike Maier, die allseits beliebte und erfolgreiche österreichische Skifahrerin, starb bei einem schweren Unfall auf der Rennpiste in Garmisch 1994. Dies sollte die letzte Rennsaison ihrer Karriere sein, die sie noch einmal mit einem Weltmeistertitel krönen wollte. Doch ihre Pläne wurden jäh durchkreuzt. Sie wurde nur 26 Jahre alt. Skiinfo befasst sich auf vielfachen Leserwunsch in einem dreiteiligen Special noch einmal mit dem Leben und dem tragischen Tod dieser außergewöhnlichen Sportlerin.

Gerichtliches Nachspiel:
Ulli Maiers Verlobter Hubert Schweighofer verklagte die FIS, um zukünftige Rennen sicherer zu machen und um eine Entschädigung für die kleine Melanie zu erreichen, die ihre Mutter verloren hatte. Das erste Verfahren wurde im Oktober 1994 eingestellt. Man kam zu der Überzeugung, dass ein Fahrfehler zu dem Unglück geführt hätte. Im April 1996 erreichte Schweighofer eine Wiederaufnahme des Verfahrens in München. Angeklagt waren die FIS-Funktionäre und hauptamtlichen Renndirektoren Jan Tischhauser (CH) und Kurt Hoch (AUT) wegen fahrlässiger Tötung.

Außergerichtliche Einigung:
Der Vorwurf lautete, die Sicherheitsmaßnahmen entlang der Piste seien unzureichend gewesen. Bessere Absicherungen hätten die tödlichen Folgen des Sturzes verhindern können. Diese Fragen wurden jedoch nie geklärt. Es ist auch die Frage, ob sie hätten geklärt werden können. Im Laufe des Prozesses einigten sich die FIS und Schweighofer darauf, Melanie fünf Millionen Schilling (ca. 720.000 DM) Schmerzensgeld zukommen zu lassen. Daraufhin wurde der Prozess beendet.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen:
Die FIS zog verschiedene Lehren aus diesem Vorfall. Als erstes ließ sie die Rennläufer ein Dokument unterschreiben, dass im Falle eines schweren Sturzes die FIS nicht haftbar gemacht werden könne. Das Risiko trüge der Fahrer selbst. Dieses Verfahren stieß in der Öffentlichkeit allerdings auf großes Erstaunen und Unverständnis.
Wirklich richtig und wichtig war aber die Maßnahme, die Zeitmess-Einrichtungen von den Skipisten zu verbannen und sie in sicherem Abstand vom Pistenrand aufzustellen. Sie befinden sich jetzt hinter den Fangzäunen.

Schlusswort:
Die letztendliche Ursache für Ulli Maiers tödlichen Unfall wird wohl nie zweifelsfrei geklärt werden können. War es ein „unvermeidbarer und schicksalhafter Unfall“, wie es ein Funktionär nannte? War es Ullis Fahrfehler? Klar ist, ohne den Pfosten an dieser Stelle wäre Ulli Maier noch am Leben. Hätte man diese unglückliche Verkettung von Umständen und Ereignissen voraussehen können?
Das Kapitel ist abgeschlossen. Wichtig ist, dass alles dafür getan wurde und wird, dass so etwas nie wieder passieren kann. Allerdings besteht bei allem, was der Mensch tut, ein gewisses Restrisiko.
Im Übrigen: Hubert Schweighofer hat später geheiratet und kümmert sich mit seiner Frau um Melanie.

Die Skib-Redaktion dankt Daniela Wenty für die Mitarbeit an diesem Special!