Ulrike Maier, die allseits beliebte und erfolgreiche österreichische Skifahrerin, starb bei einem schweren Unfall auf der Rennpiste in Garmisch 1994. Dies sollte die letzte Rennsaison ihrer Karriere sein, die sie noch einmal mit einem Weltmeistertitel krönen wollte. Doch ihre Pläne wurden jäh durchkreuzt. Sie wurde nur 26 Jahre alt. Ski2b befasst sich auf vielfachen Leserwunsch in einem dreiteiligen Special noch einmal mit dem Leben und dem tragischen Tod dieser außergewöhnlichen Sportlerin.

Erste Erfolge und Rückschläge:
Ulli Maier wurde das Skifahren praktisch in die Wiege gelegt. Schon früh nahm ihr Vater, Besitzer einer Skischule, sie mit auf die Piste. So ließen denn die ersten Erfolge auch nicht lange auf sich warten. Der erste Rennsieg mit vier Jahren, mit 17 der erste Platz im Slalom-Europacup. Dies alles deutete auf eine steile Karriere im Skisport hin.
Doch es folgten schwere Rückschläge: 1984 Wadenbeinbruch, 1987 Kreuzbandriss, 1990 Innenbandriss, 1992 Milzriss. Das stellte die talentierte Sportlerin auf eine harte Probe. Mehrmals sah es so aus, als sei ihre Karriere am Ende. Aber sie gab nie auf. „Ich bin froh und auch dankbar darüber, dass ich schon einige Rückschläge durchstehen musste, denn daraus kann man sehr viel lernen. Hat man den Wind gegen sich, so ist das ein Grund, noch stärker daraus hervor zu treten,“ vertraute sie einmal ihrem Beichtvater an. Kollegen und Bekannte charakterisierten sie als bescheiden und fröhlich, unkompliziert und liebenswert, aber sehr professionell und das Ziel immer vor Augen.

Doppelweltmeisterin:
Die Zwangspausen konnten sie nicht davon abhalten, weiterhin hart zu trainieren. Belohnt wurde diese Einstellung als sie 1989 das erste Mal WM-Gold im Super-G in Vail, Colorado (USA) holte. Das war ein erster Höhepunkt ihrer Karriere. „Ich habe im Weltcup gelernt zu verlieren, und ich habe immer gewusst, einmal kommt der Tag, an dem auch ich gewinne,“ war ihr bescheidener Kommentar. Von jetzt an war sie der Medienliebling des österreichischen Skizirkus. Ganz besonders als bekannt wurde, dass sie im dritten Monat schwanger mit ihrer Tochter Melanie war, als sie diesen großartigen Erfolg errang.
Weitere Erfolge folgten. 1991 holte sie als junge Mutter im österreichischen Saalbach-Hinterglemm WM-Gold, ebenfalls im Super-G, und WM-Silber im Riesentorlauf. Die Presse und die Öffentlichkeit waren begeistert über die „Ski-Mutti“.

Privates Glück:
Auch privat ging es ihr gut. 1989 kam Töchterchen Melanie zur Welt. Mit ihrem Verlobten Hubert Schweighofer genoss Ulli Maier ihr Familienglück. Melanie begleitete ihre Mutter oft zu wichtigen Rennen und wurde zum Maskottchen und zur Triebfeder von Ullis Erfolgen.
Ulli Maier war ein Familienmensch. Und so sollte 1994 die letzte Skirenn-Saison für Ulli sein. Im September wollte sie ihren Verlobten heiraten und sich ins Privatleben zurückziehen. Doch es kam alles ganz anders.

Fortsetzung folgt ...

Ihre größten Erfolge:
WM-Gold 1989 in Vail, Colorado, USA (Super-G)
WM-Gold 1991 in Saalbach-Hinterglemm, Österreich (Super-G)
WM-Silber 1991 in Saalbach-Hinterglemm, Österreich (Riesentorlauf)

Die Skib-Redaktion dankt Daniela Wenty für die Mitarbeit an diesem Special!