Harry Egger ist der Weltrekordhalter. Stolze 248,109 Km/h wurden 1999 bei einem Speed Skiing Wettkampf gemessen. Damit ist der 35-jährige Österreicher, der mit seinen 195cm und 105 kg eine wahre Hünengestalt abgibt, der schnellste Mann der Welt, der ohne irgendwelche technische Hilfestellungen in solche Tempozonen vorgedrungen ist.

Zusatzturm wurde eigens installiert:
Ein gefährlicher Sport - doch es gibt sie, diese verwegenen Süchtigen nach dem Geschwindigkeitsrausch. Wer Zeit hat, der sollte ab dem morgigen Samstag in Lech am Arlberg (Österreich) persönlich zuschauen, wenn Harry Egger zusammen mit dem Franzosen Philippe Billy (ehemaliger Weltrekordhalter) und dem Amerikaner Jeff Hamilton (Weltmeister) den 15 Meter hohen Zusatzturm besteigen, der eigens auf der Bergspitze aufgestellt wurde. Dann stürzen sich die 3 Speed Ski Stars die Piste hinab, die den Namen „long train“ trägt. Unten soll einer der Männer im Laufe der nächsten 2 Wochen dann die Schallmauer durchbrechen und schneller als 250 km/h gemessen werden.


Harry rechnet mit Franzosen ab:
Gut 2 Jahre benötigte Harry Egger um in Österreich diese Strecke ausfindig zu machen. Mehrere Helikopterflüge waren nötig und schließlich half ihm Michael Manhardt, der selbst ehemaliger Speed Skier ist, das Terrain in Lech für dieses Wagnis herzurichten. Die ganze Suche nach der ultimativen Piste war notwendig geworden, da die Franzosen, die über die besten Speedski-Gebiete in Europa verfügen, Harry Egger nach dessen Weltrekord quasi mit Startverbot belegten. Die nationalen Regelements wurden zurückgeschrieben auf den Stand der 80er Jahre. Das Risiko sollte so wieder beherrschbar werden, die Materialschlacht beendet sein. Doch Egger vermutete eher Neid hinter der Aktion. „Mal fiel die Zeitmessanlage aus, während ich gerade auf Rekordfahrt war. Dann war die Piste bei meinem Start zufällig nicht präpariert, ein Franzose führt gerade den Wettkampf an.“

Jetzt gilt es:
Zwar musste heute das erste Training wegen schlechten Wetters abgesagt werden, doch verspricht der Wetterbericht für die nächsten drei bis vier Tage beinahe Traumwetter und optimale äußere Bedingungen. Adrenalin dürfte also reichlich ausgeschüttet werden in Lech. Snowboarder und Inliner werden dagegen wie die Schneckenpost wirken. Der Tanz beginnt.