Alles was Skier hatte, machte sich am vergangenen Wochenende auf nach Tignes. Denn dort fanden vom 12. bis zum 16. März die "Championnats du Monde de Freeride" statt. Zu deutsch: die Freeskiing Weltmeisterschaften.

Schlechte Vorzeichen:
Noch zwei Tage zuvor musste die Vorentscheidung zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft von Courchevel nach Tignes verlegt werden, da die Schneedecke sich als zu instabil erwiesen hatte. Doch auch Tignes blieb nicht vom kommenden Frühling "verschont". Was bei den Einen Frühlingsgefühle auslöst, brachte die Freunde des "freien Skis" zum Zittern. Denn das milde Wetter ließ den Schnee kleben und der Regen tat sein Übriges, ihn zu Brei werden zu lassen.

Der erste Rückschlag:
Wie geplant, begann der Montag mit der ausgiebigen Begutachtung des Hangs. Der ausgewählte Abschnitt des "Grande Balme" wurde von den 57 Teilnehmern mit Ferngläsern, Kameras und Fotoapparaten geprüft und auf mögliche Kurse "abgetastet". Um das Ganze nicht nur aus der Sicht der Jury zu sehen, fanden sich die Teilnehmer am Nachmittag zur Besichtigung aus nächster Nähe auf der Spitze des Berges ein. Die enttäuschende Bilanz: der gesamte linke Hang musste für den Wettkampf gesperrt werden, da der Schnee einer solchen Belastung voraussichtlich nicht standgehalten hätte.

Die Vernunft siegt:
Die Vernunft siegte schließlich über die Stimmen der Fahrer, die sich einen Kurs auf dieser Seite des Hangs ausgesucht hatten und ihn beibehalten wollten. Das hieß für den nächsten Tag: ein einziger Hang für die 45 männlichen und 12 weiblichen Fahrer - eine große Einschränkung der Kursvielfalt also! Nach der offiziellen Eröffnung und der Startnummernauslosung am Abend ging es dann schon recht früh ins Bett, denn die Strecke am nächsten Tag würde Höchstleistungen verlangen.

Ein verlorener Tag:
Erneut machte das Wetter allen einen Strich durch die Rechnung. In der Nacht waren 30cm Neuschnee gefallen und ergaben so mit dem gefrorenen Schneematsch vom Vortag eine riskante Mischung. Nach stundenlangem Warten auf eine zuverlässige Wettervorhersage wurde das erste Qualifikationsrennen schließlich abgesagt und auf den nächsten Tag verschoben.

Was lange währt, wird endlich gut...
Nach April-ähnlichen Wetterkapriolen des Vormittags konnte um 12 Uhr endlich die Qualifikation auf dem kleinen Bruder des Grande Balme, dem "Petite Balme", beginnen. Es galt nun, den schwierigen Hang nach den Gesichtspunkten der Juroren zu bewältigen: Technische Perfektion, flüssige Bewegungsabläufe und der richtige Kurs waren gefragt. Bei den Frauen überzeugte Shelly Benoit (USA) vor der ortsansässigen Marianne Bréchu und Anne Cattelin (FRA). Die Jungs drehten dann so richtig auf: Enak Cavaggio (die "Kaulquappe") arbeitete daran, seinen Ruf als Cross-Skier zu widerlegen und wurde erfolgreich Vierter. Baptiste Blanc und der Kanadier Hugo Harrison fuhren die selbe Linie, was sich auszuzahlen schien: Blanc wurde Dritter und Harrison aufgrund eines kleinen Zögerers "nur" Zweiter. Angetan war die Jury vom Schweden Kaj Zackrison, dem diesjährigen IFSA Worldtour-Champion. Die perfekten Sprünge, der gut gewählte Kurs und eine flüssige Durchführung überzeugten.

Fortsetzung folgt ...