Bis zuletzt hatten die Veranstalter gehofft, die Carving-Rennen auf dem unteren Teil der Weltcupstrecke am Ahornbühl austragen zu können, der gut über die Bundesstraße 317 und zwei Lifte erreichbar ist. Doch das Wetter zeigte sich wenig kooperativ, und so musste nach tagelangem Regen doch auf den oberen Streckenabschnitt ausgewichen werden, so dass sich Athleten und Zuschauer auf Skiern zur Rennstrecke vorarbeiten mussten. Dies war der einzige Wermutstropfen einer ansonsten gelungenen Wettkampf-Veranstaltung am vergangenen Wochenende. "Eine gelungene Sache", freut sich Organisator Bernd Lais vom Skiclub Todtnau: "Alle Top-Stars waren da, die komplette Weltelite."

Weltelite auf der Jagd nach Carvingcup-Punkten:
Internationale Athleten wie das Österreichische Carving-As Ignaz Ganahl traten an, um im vorletzten FIS-Carvingcup-Rennen der Saison Punkte für die Gesamtwertung zu sammeln. Durch ein Zeitfahren konnten sich die Athleten für das Rennen qualifizieren, ab dem Achtelfinale wurde dann dem neuen Carveduell-Modus entsprechend im K.O.-System gefahren.

Favoriten vorn dabei:
Das Carveduell-Finale der Herren trugen die beiden Österreicher Ignaz Ganahl und Klaus Waldner untereinander aus. Ganahl überquerte dabei als erster die Ziellinie der 270m langen Strecke. Der Italiener Stefano Mantegazza belegte in diesem Carvingcup-Rennen Platz 3 und führt damit weiterhin die Carvingcup-Gesamtwertung an. Für eine Überraschung sorgte der Schweizer Silvan Zwahlen, der erst zum zweiten Mal an einem Carving-Wettkampf teilnahm, auf Anhieb alle Carveduelle bis ins Halbfinale gewann und schließlich den vierten Platz erreichte.

Ignaz Ganahl konnte in Todtnau den Abstand in der Gesamtwertung gegenüber Stefano Mantegazza auf minimale sechs Punkte verringern, so dass es zwischen den beiden Athleten zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen beim FIS-Carvingcup-Finale in Grindelwald am 31. März kommen wird.

Das Carvingcup-Finalduell der Damen gewann Annik A. Bonzon (Schweiz) gegen die Slowakin Iveta Kohutova. Den dritten Platz sicherte sich Rita Ettlin aus der Schweiz.

Schwarzwald carvt international:
Dass die 1. Schwarzwaldmeisterschaften in Todtnau einen Tag vor dem FIS-Carvingcup stattfanden, verhalf dem Rennen zu einer überraschend internationalen Beteiligung. Viele der Teilnehmer, die zum Carvingcup am Sonntag angereist waren, nutzen die Gelegenheit zu einem Trainingslauf, um die Strecke kennen zu lernen. So auch Klaus Waldner, der sich bei den `Black Forest Open` mit dem Carveduell-Modus vertraut machte - mit Erfolg, denn er wurde am Samstag erster Schwarzwaldmeister im Carving. Vizemeister wurde der Schweizer Marcel Stössel, Franz Retzer vom TUS Raubling fuhr auf den dritten Platz.

Auch die Schweizerin Rita Ettlin empfahl sich mit ihrem Sieg bei den Black Forest Open schon einen Tag zuvor für die vorderen Plätze beim FIS-Carvingcup-Rennen. Ihr unterlag im Finale Petra Messerer aus Deutschland, die damit Platz 2 belegt. Dritte wurde die Slovenin Iveta Kohutova.

Premiere der Black Forest Open erfolgreich:
Mit 72 gemeldeten Teilnehmern aus fünf Ländern waren die Black Forest Open das größte Carving-Rennen, das bisher überhaupt stattgefunden hat. Der DSV überlegt nun angesichts dieses Erfolgs, die Black Forest Open im Nachhinein als Punkterennen zu werten. Nach den guten Erfahrungen am Wochenende stehe außer Frage, dass die Black Forest Open im nächsten Jahr erneut in Todtnau stattfinden werden, versicherte Bernd Lais im Gespräch mit Ski2b.

Carveduell-Modus kommt gut an:
Zuschauer und Athleten hatten gleichermaßen großen Spaß an den Rennen. Besonders der Carving-spezifische Wettkampfmodus des Carveduells fand bei Athleten großen Anklang. Sie lobten besonders den Nervenkitzel von Anfang an. Da sich bereits unmittelbar nach dem Start viel entscheidet, ist die Atmosphäre an den Starting-Gates besonders spannungsgeladen.

Das Rennen ´Mann gegen Mann´ erfordere von den Läufern besondere Konzentration, schildert Carving-Rennläufer Franz Retzer seine Erfahrungen. "Du darfst dich nicht von dem direkt neben dir laufenden Gegner irritieren lassen, sondern musst dich voll auf Deinen eigenen Lauf konzentrieren," sagte Retzer im Ski2b-Interview. Es sei schwierig, zwei absolut gleiche Rennstrecken nebeneinander zu schaffen, so dass das Rennen fair ablaufe, merkte Retzer kritisch an. "Der Fairness wegen müsste jeder Läufer auf beiden Seiten fahren, und die Ergebnisse addiert werden, aber dazu fehlt die Zeit."

Auch bei den Zuschauern kamen die Carving-Duelle sehr gut an, berichtet Lais. "Es war das erste FIS-Carvingcup-Rennen, das in dieser Form stattgefunden hat. Die Zuschauer waren überrascht, zeigten sich aber dann sehr interessiert."