Am kommenden Wochenende finden in dem Schwarzwald-Ort Todtnau gleich zwei Carving-Großereignisse statt, der internationale FIS-Carvingcup und die ersten Schwarzwaldmeisterschaften „Black Forest-Open“. Ski2b sprach mit dem Organisator Bernd Lais.

Ski2b: Wie sind die Vorbereitungen gelaufen?
Lais: Bisher ist alles glatt gegangen, Sorgen macht uns momentan nur das Wetter: vorgestern hat es den ganzen Tag geschneit, gestern Regen. Für das Wochenende sind weiterhin milde Temperaturen angesagt. Der Carvingcup ist aber nicht gefährdet und findet auf jeden Fall statt.

Ski2b: Welche Herausforderungen stellt die Strecke an die Rennfahrer?
Lais: Die Boien werden in einem Abstand von 10 bis 15 Metern gesetzt. Im Carveduell fahren die zwei Läufer in einem Abstand von 5 m nebeneinander. Wir haben für die Rennen einen 200 bis 250 m langen Abschnitt der ehemaligen Weltcup-Strecke am Ahornbühl ausgewählt, der durch mittelsteiles Gelände führt. Sie bietet für die Läufe optimale Bedingungen, der Nachteil ist leider, dass sie für Zuschauer nur auf Skiern zu erreichen ist.

Ski2b: Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie am Wochenende?
Lais: Die Zuschauer werden eher aus der Umgebung stammen. Ein Großteil der Betten wird von dem Carvingcup-Tross belegt werden, die Rennläufer und ihre Betreuer sowie die Skifirmen, die hier ihre Produkte präsentieren wollen. Spontane Gäste sind also jederzeit herzlich willkommen.

Ski2b: Wie ist das Interesse der Medien bis jetzt?
Lais: Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz bei den Medien. Der Südwestdeutsche Rundfunk kündigt den Event schon seit 14 Tagen an und sorgt hier vor Ort am Samstag mit der „SWR3 Dance Night on Tour“ für Stimmung. Aus dem süddeutschen Raum haben zahlreiche Medien ihr Kommen angekündigt, auch die Ski-Fachpresse wird berichten.

Ski2b: Erstmalig werden am nächsten Wochenende auch die Schwarzwaldmeisterschaften ausgetragen. Werden die „Black Forest Open“ zukünftig regelmäßig stattfinden?
Lais: Vorgenommen haben wir uns das schon. Wenn es an diesem Wochenende gut läuft, könnten wir uns vorstellen, dass sich daraus ein deutschlandweiter Wettbewerb entwickelt, beispielsweise in Form eines DSV-Punkterennens. Die FIS hat bereits Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. Mit den „Black Forest Open“ haben wir einen Wettbewerb geschaffen, der wie die Finalrennen im FIS-Carvingcup nach dem Carveduell-Modus abläuft.

Ski2b: Was ist das Besondere des Carveduells?
Lais: Das Carveduell ist ein neuer Wettkampfmodus, der speziell für das Carving entwickelt wurde. Ähnlich wie im Motorcross starten zwei Fahrer gleichzeitig. Der Schnellere gewinnt, der Langsamere fliegt nach dem k.o.-System raus. Bisher waren die Rennen an die klassischen Torlauf-Disziplinen angelehnt und für die Zuschauer nur schwer nachvollziehbar und deshalb wenig attraktiv. Durch den direkten Vergleich Mann gegen Mann und Frau gegen Frau behält der Zuschauer die Übersicht. Das ist für einen Wettkampfsport eine wichtige Voraussetzung.

Ski2b: Wer kann sich für den FIS-Carvingcup qualifizieren?
Lais: Generell ist es so, dass für den FIS-Carvingcup alle Mitglieder der bei der FIS CaCCo gemeldeten Teams, sowie Mitglieder der NationalCarveTeams qualifiziert sind. Es wird aber Restplätze geben, für die sich die Finalisten der „Black Forest Open“ noch qualifizieren können, so dass die Teilnehmer der Schwarzwaldmeisterschaften die Chance haben, unverhofft am Sonntag zusammen mit der internationalen Carving-Liga am Start zu stehen.

Ski2b: Welche „Stars“ der Carving-Szene erwarten Sie zum FIS-Carvingcup?
Lais: Alle Top-Leute werden da sein, die 80 besten Carver der Weltrangliste werden erwartet. Auch die deutschen Carving-Stars wie Franz Retzer und Herbert Renoth bei den Herren und Andrea Kaufmann, Simone Beringer und Melanie Keindel bei den Damen wollen hier noch mal für den Carvingcup punkten. Es stehen mit Sicherheit spannende Rennen bevor.

Ski2b: Wollen sie sich auf Carving-Rennen spezialisieren? Wird Todtnau zur deutschen Carving-Metropole?
Lais: Wir wollen weiterhin auch alpine Weltcuprennen nach Todtnau holen. Aber wenn die Schwarzwaldmeisterschaften jährlich stattfinden sollten, wird Carving aus Todtnau sicher nicht mehr wegzudenken sein.

Ski2b: Vielen Dank für das Interview und eine gelungene Veranstaltung am Wochenende.