Während Hermann Maier den Gesamtweltcup-Sieg schon in der Tasche hat, gleicht der Weltcup der Damen einem Ringkampf. Es geht drunter und drüber und niemand kann voraussagen, wer am Ende die Überlegene sein wird. Das Duell Götschl contra Kostelic spitzt sich zu. Dort, wo die Athletinnen derzeit noch ihre Trainingsläufe absolvieren, wird am Mittwoch der Endspurt um die große Kristallkugel beginnen.

Götschl mit gedämpfter Euphorie ins Finale:
Sie wollte in Lenzerheide noch einmal so richtig aufholen, um mit einem sicheren Punktevorsprung nach Åre in Schweden zufahren, doch ihre Wünsche erfüllten sich nicht. In der Abfahrt musste sich Renate Götschl mit einem nicht gerade glorreichen 12. Platz zufrieden geben und auch der Super G brachte nicht die ersehnten 100 Weltcuppunkte. Mit nur 8/100 Sekunden Rückstand unterlag die Österreicherin der Italienerin Isolde Kostner. Statt eines Vorsprungs, muss die Speedqueen aus der Steiermark nun einen Rückstand von 39 Punkten auf die Konkurrentin Kostelic im Saison-Finale aufholen. Dies steigert zumindest die Spannung bei den österreichischen Fans.

Legendärer Weltcup-Gesamtsieg?
Die kroatische Erfolgssportlerin Janica Kostelic gewann in dieser Saison alle acht Weltcup-Slalomläufe in Folge (800 ihrer insgesamt 1196 Punkte) und wurde damit zum absoluten Publikumsliebling der Kroaten. Die treue Fangemeinde wurde lediglich von Kostelics WM-Pleite erschüttert. In St. Anton musste sie sich der gleichaltrigen Schwedin Anja Paerson geschlagen geben und erreichte lediglich einen für sie ungewohnten und enttäuschenden 5. Platz. Ein herber Schlag für das 19-jährige Slalomwunder Kostelic, dem schon bald wilde Pressespekulationen um ein vorzeitiges Abbrechen ihrer Karriere folgten.

Rücktrittsgerücht war Lachnummer:
Die Gerüchte tat sie mit müdem Lächeln ab (Ski2b enttarnte diese Gerüchte übrigens Dank Armin Bittner als Ente) und zeigte den vorschnellen Kritikern, kaum dass der Weltcup wieder begonnen hatte, was sie drauf hat. Verdient gewann sie den Slalom in Garmisch mit fast einer Sekunde Vorsprung vor Christel Saioni (FRA) und der Österreicherin Karin Köllerer. Den Gesamtweltcup beinahe nur mit einer Disziplin zu gewinnen wäre eine außergewöhnliche Leistung, die nicht einmal der legendäre Alberto Tomba vollbrachte.

Dauerstress in der Weltmeisterschaft:
Wie kräftezehrend die WM im Heimatland und die sofortige Rückkehr in den Weltcup-Rummel sein können, sieht man an den Teamkolleginnen Renate Götschls. Brigitte Obermoser, Tanja Schneider und Selina Heregger liegen weit zurück und scheinen ihre Kräfte aufgebraucht zu haben. Lediglich Michaela Dorfmeister liegt in der Super G- und Gesamtwertung noch auf Platz 4.

Das Duell:
Fazit: Janica Kostelic geht mit 39 Punkten Vorsprung vor Götschl ins Finale, sorgte jedoch erst am Freitag noch für Schlagzeilen. Bei einem schweren Sturz im Training in Österreich zog sie sich eine Schulterzerrung und blauen Flecke zu. Laut ihrem Trainer wird sie jedoch mit voller Kraft am Mittwoch starten können. Für Renate Götschl bleibt zu hoffen, dass sie sich von den hohen Erwartungen der Österreicher nicht ihre neue Sicherheit rauben lässt (immerhin Platz 2beim 1. Abfahrtstraining in Åre). Ein Wettkampf der Spitzenklasse wird es auf jeden Fall werden, wenn die Athleten sich im eisigen Åre um die Kristallkugeln streiten!