Wenn man an Freeskiing denkt fallen einem natürlich Namen wie Jonny Moseley, Seb Michaud oder Seth Morrison ein. Und man stellt fest, dass die Szene nicht nur von den Amerikanern und Kanadiern beherrscht wird, sondern vielmehr von amerikanischen und kanadischen Männern. Gibt es denn wirklich nur Männer, die der Faszination Freesking erliegen? Ganz im Gegenteil! Wie auch bei den Snowboardern gibt es jede Menge weibliche Freaks, die den männlichen Shootingstars der Freerider durchaus das Wasser reichen können. Man muss nur ein bisschen genauer hinschauen...

Schnellste Frau der Welt
Einen zweiten Blick ist auf jeden Fall Aleisha Cline wert. 1970 in Kenowna, British Columbia (Kanada) geboren, begeisterte sie sich schon früh für den Schnee und das Skifahren und begann auch bald, an Wettkämpfen teilzunehmen. Ihre ersten Erfolge hatte sie beim Speedskiing. 1992 holte sie sich den „French Speedskiing Cup“ in Vars (Frankreich). 1993 stellte sie den Geschwindigkeitsrekord im Speedskiing auf: mit halsbrecherischen 230 km/h war sie die schnellste Frau auf Skiern.

Allroundtalent
Zeit für was Neues dachte sie sich in den folgenden Jahren wohl und widmete sich ganz dem Freeskiing. 1995 räumte sie dann auch in dieser Disziplin bei „Sudan“, einem Freeskiing-Contest in Blackcomb, British Columbia (Kanada) ordentlich ab: sie wurde Erste. Im Jahr darauf kam sie „nur“ auf Platz 3 und 1998 wurde sie Vierte. Dessen nicht genug. Auch im Snowboarden stellte sie ihre Konkurrentinnen in den Schatten. Beim „Grand Prix Halfpipe“ in Northstar, Tahoe (Kanada) zeigte sie, dass sie auch mit einem Brett unter den Füßen Spitze ist. Anders als viele Snowboarder und Cross-Skier sieht sie die beiden Disziplinen als Einheit: „Wenn ich nie Boardercross gefahren wäre, wüsste ich nicht, was Skiercross ist.“ 1999 holte sie in der Disziplin Ski X bei den jährlich stattfindenden X Games Gold und wurde im Jahr darauf Sechste. Bei den „US Freeskiing Nationals“ auf dem North Baldy stand sie dann schon wieder auf dem Treppchen: hinter Jennifer Ashton und Lee Ann Petterson wurde sie Dritte.

Leidvolle Erfahrung
Letztes Jahr hatte sie dann großes Pech. Aleisha Cline passierte, was jedem risikofreudigen Sportler irgendwann passiert: sie verunglückte. Ihr Hobby das Mountainbiking, das sie auch im Wettkampf ausübt, wurde ihr zum Verhängnis. Bei einem Sturz im Sommer 2000 brach sie sich beide Arme und verrenkte sich eine Schulter. Damit war erst mal Pause angesagt. „Wenn Du dich körperlich verletzt, wird dich das auch psychisch beeinflussen,“ stellt sie leidvoll fest. Doch sie wird sich mit Sicherheit nicht unterkriegen lassen, denn schon in der nächsten Saison wird es sie wieder packen, das Freeskiing-Fieber.