Die 7. Herren Weltcup-Abfahrt der Saison im norwegischen Kvitfjell geht an den Österreicher Hermann Maier (1.45.90 Min.). Überraschend belegte der Deutsche Florian Eckert in 1.46.05 Min. auf der Piste "Olympiabakken" den 2. Platz. Rang 3 sicherte sich in seinem Heimspiel der Norweger Lasse Kjus (1.46.09 Min.).

Maier auf Kurs für Gesamtsieg:
Nach dem Sieg küsste Maier seine Skier, warf die Stöcke weg und wirkte gelöst wie selten. Mit dem Abfahrtssieg durfte er nach den Trainingseindrücken keineswegs rechnen, zu sehr war er in Kvitfjell bis dato hinter seinen Konkurrenten hergefahren. "Ich war selber heute überrascht. Die Skier sind so gut gegangen, dass ich an manchen Kurven zu spät dran war. Das macht mich für morgen zuversichtlich." Der Alpenvulkan hat sich nunmehr auch an die Spitze des Abfahrtklassements gesetzt. Zum Sieg im Gesamtweltcup fehlen nur noch 91 Punkte.

Eckert keine Eintagsfliege:
Der Rest der Skiwelt wird sich wohl dauerhaft an den Bullen von Tölz gewöhnen dürfen. Florian Eckert zeigte eine hervorragende Fahrt und sicherte sich damit 80 Weltcup-Punkte. Der Überraschungs-Dritte der WM-Abfahrt von St. Anton fühlte sich auf der Strecke zwischen Russisprung und Elchtraverse sichtlich wohl. "Die Strecke liegt mir. Besser als im weichen Schnee von Snowbasin. Freue mich schon auf die Abfahrt morgen. Die Abstände sind jedoch so knapp, dass einfach auch ein wenig Glück nötig ist", meinte ein total relaxter Eckert nach seinem erneuten Husarenritt.

Rahlves droht Disqaulifkation:
Für Super-G Weltmeister Daron Rahlves, der auf Platz 4 fuhr, könnte die Abfahrt noch ein Nachspiel haben. Er hatte sich das flatternde Startnummern-Hemd hinten zusammengeknotet. Laut Reglement ist dies untersagt. "Das habe ich nicht gewusst. Ich bin ja eher ein kleiner Mann und die Startnummer war sehr weit", ärgerte sich Der US-Boy im Ziel über angebliche Protestüberlegungen von Seiten der Konkurrenz.

Rauffer fädelt ein:
Max Rauffer hat seine guten Trainingsresultate im Rennen nicht bestätigen können. Bereits nach wenigen Toren fädelte der Mann aus Kolbermoor ein, verlor dabei einen Ski und stürzte spektakulär in die Fangzäune. Zum Glück blieb Rauffer unverletzt und hat am morgigen Samstag bei der zweiten Abfahrt erneut die Chance auf ein gutes Ergebnis.

Herrliches Wetter:
Die Herren haben endlich wieder den Kampf um die Weltcup-Punkte aufnehmen können. Bei herrlichem Winterwetter wurde auf der ehemaligen Olymiapiste von 1994 in Kvitfjell eine der beiden in Snowbasin ausgefallenen Abfahrten nachgeholt. Die tiefverschneite Landschaft präsentierte sich in strahlendem Sonnenschein. Kein Wind, super Sicht und bester Schnee sorgten für absolut faire Bedingungen.

Extreme Temperaturen:
Bei Minus 17 Grad Celsius am Start in einer Höhe von 1020 Metern stürzten sich die Abfahrer auf der Piste "Olympiabakken“ hinab ins Ziel (182 Meter). Die gefühlte Temperatur dürfte durch den Fahrtwind bei einem Tempo von max. 128 kmh bei minus 40 Grad gelegen haben. Der deutsche Mannschaftsarzt Dr. Huber erklärt die Auswirkungen der niedrigen Temperaturen so: „Der Energiehaushalt der Athleten verändert sich etwas. Die dem Wind ausgesetzten Partien werden hier mit Schutzmasken und Unterkühlungssalben vor Erfrierungen geschützt.“

Materialschlacht:
Dabei erschweren diese Witterungsbedingungen die Arbeit der Serviceleute. Die sehr scharfen und harten Schneekristalle zerstören die Beläge der Skier im Verlaufe des Rennens und sorgen dafür, dass die Gleitfähigkeit der Bretter im unteren Bereich in starkem Maße eingeschränkt wird.