Seine ganze Leidenschaft gilt dem weißen Powder. Doch seine einzige Droge ist das Adrenalin, dass durch seine Adern rast, wenn er auf den Brettern über Klippen und Abgründe springt. Seth Morrison ist eines der größten Talente des Freeskiing und hat sich mit Haut und (den meistens knallroten) Haaren dem riskanten Sport verschrieben.

Eine Kindheit in der „Wiege“ des Freeskiing:
Die erste Zeit seines Lebens verbrachte Seth in Wisconsin , wo er mit sechs Jahren das Skifahren lernte. 1987, mit elf Jahren, zog er nach Vail und verbesserte seine Technik auf klassische Weise im Ski Club Vail. Erste Wettkampferfahrungen sammelte er in Skirennen und seine Vorliebe für Big Air entwickelte sich erst nachdem er nach Crested Butte gezogen war, um das College zu besuchen.
Mit 18 spielte er das erste Mal in einem Ski-Film der Matchstick Produktions mit und steckte mit dem ersten Film „Blizzard of Aahhhs“ seine Freunde an: so ein Leben wollten sie auch führen! Rennstrecken runterrasen, dem Skilehrer entkommen und jeden Tag nur Skifahren ... Seht drehte in den folgenden Jahren weitere sechs Filme unter diesem Label und machte beim neusten eine nicht so positive Erfahrung: beim Drehen einer Szene in Alaska löste sich ein riesiges Schneebrett und Seht stürzte in einer Lawine zu Tal. Glücklicherweise blieb er unverletzt. „Das werde ich nie vergessen und ich hoffe, es passiert nie wieder.“

„Die Skiindustrie hat für Freerider kaum Geld übrig“
Drei Filme entstanden in Crested Butte, dann zog Seth nach Jackson Hole, was eine eindeutige Wende in seinem Leben markierte. „Als ich nach Jackson Hole zog wollte ich nur noch Skifahren und vom Filmen wegkommen“, erinnert er sich. Das war auch der Moment, an dem er feststellte, dass ein Leben für das Freeskiing ja Geld kostet ...
Im Winter strapazierte er seine Kreditkarte und im Sommer arbeitete er seine Schulden ab. Sobald der Winter wieder begann, fing alles von vorne an. Seth lernte, nachdem er sich wegen der Filme nie um Geld hatte kümmern müssen, wie er seine Leidenschaft finanzieren konnte und versuchte, das perfekte Gleichgewicht zwischen Arbeit und Passion zu finden. Doch auch er merkte recht schnell, wie die Konsumindustrie den wahnwitzigen Skifahrern gegenüber stand, die sich so schlecht in eine Kategorie einordnen ließen: „... die Skiindustrie hat für die Freerider nicht so viel Geld übrig, wie für die Snowboarder. Unsere Art des Skifahrens ist auf die Masse der Skifahrer gesehen noch immer eine Seltenheit.“ Er und seine „Mitstreiter“ wissen jedoch, „solange wir die Wegbereiter sind, wie schon vor uns Scott Schmidt und Glen Pake, werden sie uns ermöglichen unser Hobby als Beruf auszuüben“.

Kein unantastbares Idol!
Sein Ziel sieht der Skipionier mit den ständig wechselnden Haarfarben darin, den Leuten das Freeskiing näher zu bringen. Events wie die X Games, aber vor allem Filme sollen das Interesse und die Begeisterung für den vielseitigen Sport wecken. Eine ganze Generation von Ski-Kids wird mit Seth Morrison`s Filmen groß und die Bewunderung kennt heute keine Grenzen. Er ist nach wie vor der Shootingstar der Szene und trägt zum Bekanntheitsgrad der Szene entscheidend bei. Wer jedoch glaubt, Seth Morrison hielte sich für einen Skigott und benehme sich auch so, der liegt falsch! Im Sommer betreut der 27-jährige im „Camp of Champions“ zusammen mit anderen Freeskiern Kids, gibt seine Erfahrungen weiter und lässt sich auch gerne mal ein bisschen von seinen Schützlingen in den Schatten stellen: „Die Tricks, die die Kids draufhaben sind fantastisch! Sie lernen die Sachen so schnell... Manchmal stehe ich da und denke nur: „Hey ihr Racker, den kann ich nicht mal und das war der erste Versuch!“.

Wahrer Freeskier:
Was einen wahren Freeskier ausmacht ist also nicht nur die perfekte Beherrschung von Sprüngen und Skiern, sondern die Begeisterung für diesen Sport und die Bereitschaft, anderen diese Begeisterung zu vermitteln. Seth Morrison vereint alle diese Fähigkeiten in sich und ist damit wohl nicht nur eine der bekanntesten, sondern auch beliebtesten Galionsfiguren der Szene!