"Ohne die Olympischen Winterspiele 1994 hätten vielleicht nie Touristen Kvitfjell besucht", stellten die Organisatoren aus dem kleinen norwegischen Ort nach der erfolgreichen Olympiade fest. Niemand hätte gemerkt, dass sich die weißen Weiten in Kvitfjell außer für Cross-Country auch für den Alpinen Skisport hervorragend eignen.
Vermutlich hätte dort auch nie ein Weltcuprennen stattgefunden. Dank des inzwischen jedoch großen Bekanntheitsgrades finden zwischen dem 2. und 4. Februar gleich drei Weltcup-Wettbewerbe hier statt. Den Anfang macht die Herren-Abfahrt am Freitag um 11.00 Uhr. Weiter geht`s dann am Samstag um 11.30 Uhr mit der zweiten Abfahrt und dem Super G am Sonntag um 11.00 Uhr.

Ein noch junges Skigebiet
Das Skigebiet Kvitfjell existiert erst seit acht Jahren. Im Vorfeld der Winterolympiade 1994 in Norwegen, wurde bereits Jahre in voraus geplant, wie man die Infrastruktur am besten aufbauen sollte, um den Spielen und später den Touristen optimale Bedingungen zu bieten. Enorme Summen wurden bereitgestellt, um Straßen und Versorgungsleitungen rechtzeitig fertig zu stellen. Das erste Hotel wurde 1993 eröffnet, der erste Lift folgte kurz darauf.
In den folgenden Jahren wurde kontinuierlich daran gearbeitet, das recht kleine Gebiet durch gute Liftverbindungen und vielfältige Pisten optimal zu nutzen. Mit einer Gesamtkapazität von 1.100 Übernachtungen ist Kvitfjell im Vergleich zu anderen norwegischen Skigebieten recht klein, verfügt dafür jedoch über modernste Wintersport- und Hotelanlagen, die sich an die natürlichen Gegebenheiten der Region anpassen.

Wintersportanlagen:
Mit `Klein aber fein´ könnte man Kvitfjell wohl am besten umschreiben. Die 19 Skipisten (sieben leichte, 4 mittlere und 4 schwere Strecken) sind insgesamt 23 km lang und haben einen maximalen Höhenunterschied von 850 m. Die längste Abfahrt misst 3,5 km. Viel Geld wurde in letzter Zeit für den Bau von Beschneiungsanlagen ausgegeben, die nun 10 Pistenkilometer schneesicher machen. Eine beleuchtete Strecken und die Möglichkeit Ski- und Boardercross und Off-Piste zu fahren runden das Bild ab.
Um die Wintersportanlagen herum entstanden auch zahlreiche Restaurants, Bars und Cafés, die Abends für ausreichend Unterhaltung und Abwechslung sorgen. Besonders auf der Sonnenterasse des GudbrandsGard Hotels kommt beim schlemmen St. Moritz-Stimmung auf.

Es muss nicht immer Skifahren sein
Beliebter Sport ist außerdem das Reiten. Ein Reitzentrum existiert bereits, noch im Bau befindet sich eine neue Reithalle. Auch ein Golfplatz ist geplant und wird voraussichtlich nächstes Jahr fertiggestellt sein.

Der lange Weg der Lauberhorn-Abfahrt:
Ab Freitag kann der Weltcup der Herren nun also hoffentlich wieder auf Eurosport live mitverfolgt werden. Zu hoffen ist das unter anderem, weil damit eine lange Reise beendet wäre. Die lange Reise der ausgefallenen Lauberhorn-Abfahrt von Wengen nämlich, die der Weltcup-Tross seit dem 13. Januar vor sich herschiebt. Der ausgefallene Traditionslauf ist nun also auf dem langen Weg von der Schweiz über Snowbasin, wo es den Organisatoren erneut nicht vergönnt war das Rennen zu starten, in Norwegen angekommen. Begleitet wird er von den Athletinnen und Athleten aller Nationen, die vergeblich auf das Startsignal auf der "Official Olympic"-Piste warteten. Hoffen wir also, dass es drei spannende Wettkämpfe an diesem Wochenende in Kvitfjell werden!