Die Speedladies des alpinen Skizirkus verabschieden sich mit dem Wettkampfwochenende im schweizerischen Lenzerheide für diese Saison von den Alpen. Götschl, Kostner, Cavagnoud und Kolleginnen werden, bevor es zum Weltcup-Finale nach Åre (Schweden) geht, auf der FIS Scalottas Abfahrtsstrecke sicherlich noch einmal mächtig Gas geben.

Kostelic oder Götschl:
Gerade für die Führende der Weltcup-Gesamtwertung Janica Kostelic (Kroatien / 1172 Punkte) und deren ärgste Konkurrentin Renate Götschl (Österreich / 1055 Punkte) geht es noch um wertvolle Weltcup-Punkte im Kampf um den Gewinn der großen Kristallkugel. Dabei ist die Ausgangsposition für das 19-jährige Slalomwunder Kostelic gleich in zweierlei Hinsicht ungünstiger. Es spricht viel für die Speedqueen aus der Steiermark. Renate Götschl ist die deutlich bessere Abfahrerin, es steht nur noch ein Slalom in Åre an, jedoch noch zwei Abfahrten und zwei Super-G Läufe. Außerdem verletzte sich Janica beim Training in Lenzerheide erneut am linken Daumen (Bänderzerrung). Das könnte sich im Vorfeld des Wochenendes negativ auf ihre Psyche auswirken.

Isolde Kostner die Gejagte:
Auch um die kleinen Kristallkugeln, die für den Gewinn der Disziplinenwertung Abfahrt und Super-G überreicht werden, wird noch heftig gerungen. In der Abfahrtswertung führt vor dem Rennen am Samstag die Südtirolerin Isolde Kostner (476 Punkte). Auch ihr hängt Renate Götschl mit 433 Punkten im Nacken. Regine Cavagnoud hingegen hat nur noch Außenseiterchancen auf den Gewinn in dieser Wertung. Sie könnte bei zwei Siegen nur noch dann die Abfahrtswertung für sich entscheiden, wenn Kostner und Götschl patzen würden.

Spannung im Super-G:
Dafür stehen für die Französin die Zeichen im Super-G auf Sieg. 510 Punkte hat Regine Cavagnoud bereits auf ihrem Punktekonto. Nur noch Renate Götschl (354 Punkte) kann ihr mit zwei Erfolgen in den beiden letzten Rennen der Saison die Kristallkugel noch entreißen.
Sowohl Götschl als auch Cavagnoud befinden sich Top-Form. Beide gewannen jeweils einen der beiden bisherigen Trainingsläufe auf der FIS-Scalottas Abfahrtsstrecke.

Hoffentlich nur gepokert:
Nicht ganz so erfolgsversprechend waren die bisherigen Trainingseindrücke der DSV-Mädels. Beim zweiten Testlauf fuhr Hilde Gerg als beste Deutsche auf Platz 12. Sibylle Brauner wurde 28., Petra Haltmayr 36., Martina Ertl gar nur 47.