Der Slalom von Garmisch-Partenkirchen geht an die Dauersiegerin dieses Weltcup-Winters. Janica Kostelic gewann verdient am Gudiberg in 1.19.96 Min. vor Christel Saioni (Frankreich), die 1.20.94 Min. benötigte. Der dritte Rang ging an Karin Köllerer aus Österreich, die in der Gesamtzeit von 1.21.07 Min. gestoppt wurde und noch von Platz 16 auf das Stockerl vorfuhr.

Die Zöpfe schwingen wieder:
Janica Kostelic aus Kroatien gewinnt das 8. Weltcup Slalom-Rennen der Saison und damit alle Slalom-Wettbewerbe des laufenden Wettkampfjahres. Die 19-jährige aus Zagreb hat die wenig erfolgreiche WM in St. Anton scheinbar mental verarbeitet und bewies mit ihrem Traumlauf im 2. Durchgang, dass von der Presse kolportierte Rücktrittsgerüchte um ihre Person jeglicher Grundlage entbehren. „Ich höre sicherlich mit dem Skifahren auf, aber erst in 8 oder 9 Jahren“, gab die junge Ausnahmeathletin mit einem Schmunzeln auf den Lippen bekannt.

Anja Paerson patzt:
Die schwedische Weltmeisterin Anja Paerson konnte dem Druck nicht standhalten. Vor dem 2. Durchgang hatte die ebenfalls 19-jährige Paerson noch mit einer Hundertstel vor Janica gelegen. Doch der Superlauf der Kroatin hatte Paerson in Zugzwang gebracht. Sie ging volles Risiko und flog raus.

Martina Ertl kämpfte sich ins Ziel:
Die Ausgangsposition der Kombinations-Weltmeisterin war nach dem morgendlichen 1. Lauf mit Platz 4 beinahe optimal. Doch im Finale hatte die Lenggrieserin nicht den Turbo gezündet, fuhr etwas zu frontal an die Stangen und machte Eingangs des Flachstücks einen weiteren kleinen Fehler, der viel Zeit kostete. Dennoch rettete Ertl in der Gesamtzeit von 1.21.89 Min. den 8. Platz. Kampfgeist ist halt ihr Markenzeichen. „ Der zweite Lauf hat extrem gedreht. Der Fehler vor dem Ziel hat noch einmal ordentlich Zeit gekostet. Der 2. Durchgang war schwieriger, aber die Beste ist am Ende vorne.“

Bergmann und Annemarie Gerg punkten:
Zwei weitere DSV-Starterinnen hatten den Sprung unter die Top-30 geschafft und sich für den Finaldurchgang qualifiziert. Monica Bergmann, die zuvor von Wolfgang Maier aus dem WM-Kader gestrichen worden war, zeigte, dass sie im Slalom in der Lage ist, gute Resultate einzufahren. In 1.22.92 Min. holte sie mit dem 15. Rang ihr bestes Saisonergebnis. Annemarie Gerg landete mit 1.23.61 Min. auf Platz 24.

Ein Lob den Organisatoren:
Über 200 freiwillige Helfer des Skiclubs Garmisch waren seit 6.00 Uhr in der Frühe auf den Beinen, um für eine Weltcup-Piste zu sorgen, die der Veranstaltung auch gerecht wird. Dies scheint unter der Führung von Rennleiter Mohr auch geglückt zu sein. Die Läuferinnen zeigten sich zunächst mit der Gudiberg-Piste sehr zufrieden. Der Österreicher Berthold hatte für den 1. Durchgang auf der steilen Strecke mit 54 Toren einen fairen Parcours ausgeflaggt. Auch im 2. Durchgang, den der italienische Trainer Davare mit 57 Toren deutlich eckiger und drehender gesteckt hatte, hielt die Piste.