Der 6. Damen Super-G der laufenden Weltcup-Saison ging bei optimalen Bedingungen auf der berühmten Kandahar-Strecke in Garmisch-Partenkirchen über die Bühne. Carole Montillet aus Frankreich triumphierte in 1.13.15 Min. mit einer hunderstel Sekunde Vorsprung vor Renate Götschl aus Österreich. Platz 3 ging an Brigitte Obermoser in 1.23.36 Min.

Mein erster Sieg:
Die 27-jährige Französin feierte auf der Kandahar ihren ersten Sieg im Weltcup überhaupt. Montillet, die aus Grenoble stammt, war sich ihrer Sache während des Rennens keineswegs sicher. „Das war sehr, sehr schwer. Ich hatte unterwegs kein gutes Gefühl. Das hier ist die schwerste Strecke im Weltcup.“

DSV-Mädels fuhren hinterher:
Die deutschen Damen zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung, denn sie fuhren am heutigen Freitag geschlossen hinter den Besten her. Sibylle Brauner wurde als schnellste Athletin des Gastgebers in 1.24.39 Min. Elfte, konnte das relativ schwache Abschneiden der Deutschen damit aber auch nicht entscheidend verbessern. „ Ich musste ein bisserl taktisch fahren. Im Eishang habe ich eine etwas andere Linie gewählt.“ Petra Haltmayr aus Rettenbach hatte in 1.25.56 Min. immerhin schon 2,5 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. „Ich habe die wichtigste Kurve verpennt“, meinte Petra (Platz 28) im Ziel.

Hab mich noch nicht überwinden können:
Hilde Gerg, Gewinnerin der Bronzemedaille im Super-G von St. Anton, machte ihre Sache kaum besser. Hilde benötigte 1.25.59 Min. für die Kandahar und belegte schließlich den 29. Platz. „ Morgen ist ein neuer Lauf. Nach meiner Verletzung bin ich noch nicht wieder auf einem so steilen Hang gefahren. Morgen wird es sicher besser.“

Hatte kaum Halt:
Kombinations-Weltmeisterin Martina Ertl fuhr in 1.26.47 Min. auf einen bescheidenen 36. Platz. Sie hatte für ihren Lauf dann auch drastische Worte parat: „Ich bin total in der Weltgeschichte herumgefahren. Die Piste ist richtig schmierig geworden, ich fand kaum Halt. Ja mei, des haken mir ab, das war eine Katastrophe.“

Frischer Wind mit Maria Riesch:
Sie ist erst 16 Jahre alt, kommt aus Partenkirchen und hat die WM-Wettkämpfe der Juniorinnen in Verbier entscheidend mitgeprägt. Reichte es in der WM-Abfahrt „nur“ zu Bronze, so steigerte sich Maria im Super-G schon auf Silber und beschloss die WM dann mit Kombi-Gold à la Martina Ertl bei den „Großen“. Zur Belohnung durfte Maria heute bei den Frauen mit an den Start gehen. Dies tat der Teenager mit der Startnummer 60 und im Ziel kannte die Öffentlichkeit in der ganzen Welt dann das Talent aus dem Allgäu. In 1.25.02 Min. landete Riesch auf Platz 20, vor Haltmayr, Gerg und Ertl. Spitze!

Traumwetter in Garmisch:
Garmisch präsentierte sich am heutigen Renntag von seiner Schokoladenseite. Weiß-blauer Himmel überstrahlte das Alpenpanorama des Allgäu und sorgte für Top-Bedingungen auf der Kandahar-Piste, die Ende Januar noch Austragungsort für die Weltcup-Herrenkonkurrenz war.

Härtetest für die Speedladies:
Die beinharte und stark vereiste Kandahar-Strecke kann in diesem Zustand durchaus zu den härtesten Prüfungen für die Fahrerinnen im Weltcup-Zirkus gezählt werden. Mit nur 34 Richtungsänderungen und 41 Toren ist der Parcours noch direkter gesteckt worden als Wochen zuvor bei den Herren. Dabei gingen die Damen auf der 2000 Meter langen Fahrt buchstäblich durch die „Hölle“. Denn gerade bei diesen extremen Bedingungen gerieten die so benannte technisch anspruchsvolle Passage und der Eishang zu Schlüsselstellen.