Sie ist 35 Jahre alt und gehörte seit über 17 Jahren zum Ski-Weltcup wie die Streif zu Kitzbühel. Letzlich gab die enttäuschende WM in St. Anton den Ausschlag für ihren endgültigen und auf diese Art und Weise unglücklichen Rücktritt. Dennoch hat die Olympiasiegerin von 1988 (Kombination) und dreifache Silbermedaillen-Gewinnerin den alpinen Skisport der letzten Dekade entscheidend geprägt. Anita Wachter hat Skisportgeschichte geschrieben.

Wassermann auf Skiern:
Am 12. Februar 1967 im Sternzeichen des Wassermanns geboren, trat die in Bartholomäberg/Vorarlberg wohnhafte Anita 1982 dem ÖSV-Team bei. Die gelernte Handelskauffrau, die gerne auch einmal beim Tennis das Racket schwingt, gehört dem WSV Tschagguns in Vorarlberg an.

Lange Erfolgsliste:
1986 machte die damals 19-jährige mit dem Weltcup- Slalomsieg in Courmayeur auf sich aufmerksam. 1987 wurde sie in der WM Kombination bereits auf Platz Fünf gelistet, ehe sie 1988 bei den olympischen Spielen in Calgary die Kombination gewann. Im Jahr 1990 wurde sie Zweite im Gesamtweltcup, 1991 folgte Rang 3 im WM-Super G. Es ging Schlag auf Schlag weiter. 1992 sicherte sich Wachter Olympia-Silber in der Kombination und im Riesenslalom. In der Saison 1993 war die Vorarlbergerin dann die beste Läuferin im Damen-Skizirkus und holte sich die große Kristallkugel als Gesamtweltcup-Siegerin. Das Skijahr versilberte sie sich anschließend mit dem zweiten Platz bei der WM im Riesenslalom und Rang 3 in der Kombi. 1994 langte es zum Triumph im Riesenslalom-Weltcup. 1996 bewies Anita Wachter erneut ihre große Klasse mit dem Vize-WM-Titel in der Kombination. Der letzte "Knaller" gelang ihr bei der WM 1999, als sie im Riesenslalom WM-Bronze holte.

Heim-WM sollte krönender Abschluss werden:
Sie hatte sich den Abschied von der Skibühne so schön vorgestellt, quasi vor den Toren Vorarlbergs die Karriere mit einer Medaille bei der Heim-WM in St. Anton ausklingen zu lassen. Nicht jeder Athletin ist ein derartiges Traumende einer Sportlaufbahn vergönnt.

Hohe Anerkennung:
Die Konkurrentinnen zeigten nach dem letzten Rennen Anitas Mitgefühl. "Es tut mir leid für Anita. Ich hätte ihr einen besseren Abschluss gewünscht", sagte Martina Ertl unmittelbar nach Wachters Ausscheiden beim WM-Riesenslalom. Wahre Größe zeigt sich zuweilen auch im Respekt und in der Hochachtung, die einem von Seiten der Konkurrenz entgegen gebracht wird. Alles Gute Anita.