„Den will ich unbedingt gewinnen!“ So die eindeutige Zielsetzung von Mario Matt vor dem Weltmeisterschafts-Slalom in St. Anton. Das nötige Selbstbewusstsein für solche Äußerungen hat er sich in der Kombination mit dem Gewinn der Silber-Medaille geholt. Einfach sollte es trotzdem nicht werden. Schließlich gab es da noch die harte Konkurrenz, vorrangig aus dem eigenen Lager. Aber im zweiten Durchgang hat der 21-jährige Tiroler „...voll Gas gegeben und alles riskiert.“ Matt gewinnt Gold. Ziel erfüllt.

Den Heimvorteil genutzt:
Der im Nachbarort von St. Anton aufgewachsene Youngster im österreichischen Herrenteam kann die Berge rund um den Weltmeisterschaftsort wahrscheinlich im Schlaf hinunterfahren. Wen wundert´s, dass sich der wortkarge Senkrechtstarter besonders ausgeschlafen und noch dazu erfolgreich auf seinen Hausstrecken präsentiert. Als einziger Starter gönnte sich der Lokalmatador zudem das eigene Bett zur Erholung und fuhr zwischen den Rennen heim ins nur wenige Kilometer entfernte Flirsch.

Das Wunder von Kitzbühel:
Seinen Durchbruch im Weltcup erlebte der hinsichtlich seiner Haarfarbe recht experimentierfreudige Tiroler „fern“ der Heimat in Kitzbühel. Als Weltcup-Neuling in der Saison 1999/2000 vollbrachte er im Slalom die Sensation mit Startnummer 47 noch den Sieg einzufahren. Österreich und die Skiwelt standen Kopf. Mit Matt gewann einer der neuen Carver-Generation.

Eine neue Fahrergeneration:
Er beherrscht das Carven so perfekt wie kein anderer. Breite Skiführung, die engste Linie beim Tanz um die Stangen und ein unglaublicher Zug zwischen den Toren sind seine Markenzeichen. Fahren seine Ski noch nach rechts ist er mit dem Oberkörper bereits wieder links in Position; die kürzeste Linie und der modernste Stil, der derzeit im Slalom gefahren wird. Mit seinen 21 Jahren ist er das skitechnische Vorbild für die Konkurrenz.

Generalprobe missglückt:
Eine brillante Technik garantiert aber auch einem Matt keine Siege in Serie. Drei Slalomsiege hat er in seiner zweijährigen Karriere bisher errungen. Diese Saison gewann er bisher nur in Madonna di Campiglio. Wenig erfolgreich lief es in den letzten zwei Rennen vor St. Anton, wo er vorzeitig ausstieg - Generalprobe missglückt. Aber was soll´s? Mit dem Weltmeister-Titel in der Tasche lässt sich leicht resümieren: „Die letzten zwei Jahre waren ein Traum.“