Seine Kollegen von 'damals' sind schon lange auf Funktionärstätigkeiten umgestiegen. Denn niemand hält die extremen körperliche Belastungen und die häufigen Verletzungen eines Skirennläufers lange aus. Wer mit 16 oder 17 Jahren bereits ins Profigeschäft einsteigt, gehört mit 25 Jahren schon beinahe zum 'alten Eisen'.

Eine Ausnahme zur Regel:
Doch zu jeder Regel gehört auch die Ausnahme, die sie bestätigt. Die Ausnahme ist der heute 35-jährige Hannes Trinkl. In Kvitfjell 2002 schlug der Oldie, der sich zu Beginn der Weltcup-Saison schwer an der Stirn verletzt hatte, wieder zu. Er düpierte den Olympiasieger Strobl, den Weltcup-Abfahrtssieger Eberharter, einfach alle. Schon bei der WM-Abfahrt 2001 hatte er allen gezeigt, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Vor der Ski-Ikone Hermann Maier fuhr er mit der Zeit von 1.38.74 Minuten über die Ziellinie. Maier nahm`s damals gelassen: „Jetzt habe ich alle Farben.“ Der gebürtigen Steyrer hatte damit ein großes Ziel erreicht.

Olympiabronze in Nagano:
Mit 14 Jahren (1982) gab er sein Wettkampf-Debüt und kann damit auf über zwanzig Jahre Wettkampferfahrung zurückblicken. Doch erst 1991/1992 erregte er das erste Mal die öffentliche Aufmerksamkeit mit dem 5. Platz in der Weltcup-Abfahrt von Aspen. Er ließ sich Zeit mit der Karriere und gewann im Super-G in Lech 1993/94 mit 26 Jahren sein erstes Weltcuprennen. Die Saison gehörte ihm: 1. Platz in den Abfahrten von Bormio und Aspen, Platz 2 in Whistler und Vail und Platz 3 in Chamonix. In der Abfahrtswertung war er schließlich Zweiter. In den folgenden Jahren konnte er zahlreiche Top-Ten Platzierungen einfahren. Ein großer Coup gelang ihm jedoch erst bei den olympischen Winterspielen von Nagano (Japan) 1997/98, als er in 'seiner' Disziplin, der Abfahrt, Bronze gewann.
Bitter, dass Trinkl bei Olympia 2002 in Salt Lake City, obwohl dabei, nicht zum Einsatz kam.

Stille Wasser ... sind manchmal ganz schön schnell:
Trinkl war schon 2001 den Lärm und Trubel rund um die Weltmeisterschaft nicht gewöhnt. Er selbst sagt von sich:
"Jeder weiß, dass ich es lieber ruhig und geruhsam mag." Ihm sei es stets recht gewesen, wenn sich der Fan-Rummel auf seine Kollegen konzentrierte, da er so mehr Zeit gehabt hätte, sich auf die Wettbewerbe vorzubereiten.