Kjetil Andre Aamodt ist der beste Allrounder unter den Skifahrern. Der Norweger holt sich bei der alpinen Ski WM in St. Anton die Goldmedaille in der Kombinationswertung und verwies in der Gesamtzeit von 2.58.25 Min. den Österreicher Mario Matt (2.58.93 Min.) auf den zweiten Platz. Die Bronzemedaille ging an den 33-jährigen Schweizer Routinier Paul Accola (2.59.53 Min.).

Dritter WM-Kombititel für Aamodt:
Der stille Mann aus dem hohen Norden Europas gilt zweifelsohne als ausgesprochener Alleskönner auf den Brettern. Dies bewies der 29-jährige Wahl-Monegasse bereits im gestrigen Slalomwettbewerb. Dort schlug der gebürtige Osloer mit dem neckischen Spitznamen „Baby Shark“ (dt. Baby-Hai) die österreichischen Slolmspezialisten Matt und Schönfelder im Flutlichtschein auf der Sonnenwiese von st. Anton. Damit hatte der WM Kombi-Sieger von 1997 und 1999 den Grundstein für den Sieg gelegt, den er auf der heutigen Abfahrt mit einem taktisch klugen Lauf sicher nach Hause brachte. „ Ich bin nicht die brutalste Linie gefahren. Paul Accola lag nach dem Slalom nur 2 Sekunden hinter mir. Da wollte ich keine Fehler machen.“

Spektakuläre Stürze:
Die Kombinations-Abfahrt hatte es denn auch in sich. Der weiche Schnee und die bis zu 78 Prozent Gefälle machten den Männern zu schaffen. US-Boy Bode Miller (auf Platz vier nach dem Slalom) stürzte und schleuderte 40 Meter durch die Luft. Anschließend schlug der Medaillenanwärter wutentbrannt die Faust immer wieder in den Schnee. Nicht besser ging es seinem Teamkollegen Casey Puckett, der in die Fangzäune der Karl-Schranz-Strecke raste. Beide Athleten verließen aber aus eigener Kraft die Piste.

Kombi-Wettkampf zweigeteilt:
Die Kombination hätte eigentlich bereits am gestrigen Montag über die Bühne gehen sollen. Doch der Start der Kombi-Abfahrt wurde wegen der kräftigen Schneefälle am vergangenen Wochenende auf den heutigen Dienstag verschoben. Beinahe 1000 Helfer hatten Tag und Nacht an der Strecke gearbeitet, um den vielen Neuschnee aus dem Hang zu räumen. Daher hatte das WM-Organisationskomitee den Wettkampf-Ablauf umgekehrt und die beiden Slalom-Durchgänge vor die Abfahrt gelegt.

Favoriten scheiterten schon im Slalom:
Lasse Kjus (Norwegen), Kilian Albrecht und Michael Walchhofer (beide Österreich) mussten ihre Ambitionen schon vorzeitig an der steilen Sonnenwiese begraben. Auch der einzige Deutsche Teilnehmer, Florian Eckert, scheiterte im 2. Durchgang an der selektiven Slalompiste.