Der wohl traditionsreichste und bekannteste Ski-Club der Welt mit international fast 7.200 Mitgliedern blickt stolz auf 100 erfolgreiche Jahre zurück und schließt sich in diesen Tagen dem WM-Rummel mit seinen Feierlichkeiten an.

„Von der Natur entzückt, vom Sport begeistert ...“
Genau am 3.Januar 1901 beschloss eine Gruppe von Skibegeisterten, auch anderen Gleichgesinnten den Genuss des Skifahrens am Arlberg zu ermöglichen. Von der einzigartigen Bergkulisse inspiriert und angespornt, gründeten sie zu diesem Zweck im Hospiz St. Christoph den „Ski Club Arlberg“; nicht ahnend, welche große Popularität er schon bald erlangen sollte ...
Das Ansehen des Clubs begann so langsam mit der Organisation der ersten „Fern-“ und „Schnellläufe“ und später auch dem „Springen“ zu steigen. Die Fernläufe dauerten damals ein bis zwei Stunden und unterwegs hatten die Athleten sogar mit Steigungen zu kämpfen. Schnellläufe, die Anfänge des Alpinskilaufs, waren dagegen etwas kräfteschonender: sie dauerten nur ein bis zwei Minuten. Der Vorläufer-Bewerb des Skispringens kam erst einige Zeit später. Nicht nur in Bezug auf das Abhalten großer Wettkämpfe, sondern auch auf die Innovativität der Skilehrer des Clubs ist der SCA wohl einzigartig. Die Wedel-und die Carvingtechnik wurden hier erdacht und erprobt und sind heute fester Bestandteil des Repertoires eines jeden Skifahrers!

Sir Arnold Lunn und das „Kandahar - Rennen“:
Weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wird der Club jedoch erst mit der Einführung des „Arlberg-Kandahar-Rennens“ im Jahre 1928. Die Idee hierzu kam von Sir Arnold Lunn, einem Briten, der auch das noch heute beliebte „Inferno-Rennen“ und den „Kandahar-Ski-Club“ in Mürren gründete. Seine ursprüngliche Absicht war der Bau einer Kirche. Das Ergebnis seines zweiwöchigen Aufenthaltes in Tirol war jedoch eine Art Reiseagentur für Skireisen. Lunn ist also durchaus in einem Atemzug mit dem Arlberger Skipionier Hannes Schneider zu nennen, denn das jährliche Kandahar-Rennen entwickelte sich ab 1930 zur inoffiziellen Weltmeisterschaft und wurde ab Mitte der 30er Jahre auch an anderen Orten ausgetragen: Mürren, Chamonix, Sestrière und Garmisch.

Weltcup rückte in den Blickpunkt:
Seine Exklusivität schwand mit der Einführung des Weltcups 1967 etwas, als Austragungsorte blieben schließlich nur noch St. Anton und Garmisch-Partenkirchen und das letzte Damenrennen fand 1993 in St. Anton statt. Der Name „Kandahar“ geht übrigens auf eine Stadt in Pakistan (damals noch englisches Hoheitsgebiet zusammen mit Indien, Afghanistan und Bangladesch) zurück. Dort nämlich tat sich im Afghanistan-Krieg Lord Roberts of Kandahar besonders hervor, indem er ein englisches Bataillon aus den Händen des Feindes befreite.

An Referenzen hat der SCA einiges vorzuweisen:
Insgesamt 10 Olympiasieger und Weltmeister in den Jahren 1936 bis 1996. Darunter auch Karl Schranz, Doppelweltmeister 1962 in Abfahrt und Slalom, Weltcup-Gesamtsieger 1969, 1970 Weltmeister im Riesenslalom ...
Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Der gebürtige St. Antoner ist nach seiner aktiven Sportlerkarriere mehr denn je ins Wettkampfgeschehen integriert. Ihm ist es aufgrund seiner Funktion als Direktor für Öffentlichkeitsarbeit und Sprecher des Organisationskomitees der WM zu verdanken, dass die WM 2001, zeitlich passend zum 100-jährigen Jubiläum des SCA, in St. Anton stattfindet. Er hat auch die nach ihm benannte „Karl Schranz“-Piste entworfen und ist in seiner Funktion als Aushängeschild St. Antons unersetzlich.
Feierlich wird’s am 2. Februar, wenn sich der geschichtsträchtigste Ski-Club der Welt mit einem festlichen Gala-Abend selbst gratuliert!