Das letzte Weltcup-Rennen vor der WM in St. Anton (Österreich), die am heutigen Nachmittag eröffnet wird, ist in Garmisch-Partenkirchen bei deutlich besseren Witterungsbedingungen als bei der gestrigen Herren-Abfahrt über die Bühne gegangen. Der 24-jährige Cristoph Gruber aus Schwaz (Österreich) holt sich in der Zeit von 1.18.27 Min. den Sieg im Super-G auf der Kandahar-Strecke. Damit sichert sich der junge Skistar aus Austria seinen 2. Weltcup-Erfolg nach dem Gewinn des Riesenslaloms von Bormio im Dezember des vergangenen Jahres. Auf dem 2. Platz landete bei der WM-Generalprobe Hermann Maier aus Flachau. Der Pechvogel der Abfahrt musste sich in der Zeit von 1.28.28 Min. um eine hundertstel Sekunde geschlagen geben. Dritter wurde in 1.18.83 Min. der Schweizer Didier Cuche.

Christoph Gruber stolz auf den Sieg:
„Das war sehr knapp. Endlich habe ich bei den Hundertsteln auch einmal Glück. Das hat über Nacht extrem gefroren. Die Piste ist beinhart.“

Maier in der „Hölle“ zu brav:
Gestern flog dem Herminator auf der Kandahar-Abfahrt in der Hölle der vordere Bindungs-Bakken komplett vom Ski. Er stürzte und feuerte anschließend im Zielraum wutentbrannt den defekten Ski in eine Werbebande. Heute fuhr der Alpenvulkan mit deutlich angezogener Handbremse durch die Hölle und verlor dort die Zeit, die am Ende „nur“ für den 2. Platz reichte. Im Zielhang gab Maier seine leichte Verunsicherung zu: „Mit dem Resultat bin ich schon zufrieden. Der Super-G war brutal schnell, schneller als die Abfahrt. Klar habe ich in der Hölle den Fuß vom Gas genommen, da ich schon etwas verunsichert war, ob das Material hält. Wenn es nicht an einem selber lag, dann macht man sich schon Gedanken. Jetzt flieg ich zur Eröffnung der WM, aber zu feiern gibt es heute für mich nix.“

Stankalla und Rauffer rechtzeitig in Form:
DSV-Cheftrainer Martin Osswald hat seine Jungs scheinbar rechtzeitig zur WM in die richtige Form gebracht. Das Renn-Wochenende von Garmisch entpuppt sich als DSV-Motivationsspritze der Sonderklasse. Sensationell fuhr Stefan Stankalla auf seiner Hausstrecke mit der Startnummer 53 auf den 5. Platz vor. Er benötigte 1.19.18 Min. In seinem Windschatten holte sich Max Rauffer mit seinem 12 Platz (1.20.10 Min.) weiteres Selbstvertrauen für St. Anton. Die Abfahrt am gestrigen Samstag war möglicherweise die Wende hin zu neuen Erfolgen im DSV-Herren Bereich. Dabei wünscht man der Truppe von Trainer Osswald insbesondere keinerlei weiteres Verletzungspech. Die Richtung scheint jedenfalls zu stimmen, auch wenn Florian Eckert und Christian Prassberger beim Super-G vorzeitig ausschieden. Denn da befanden sie sich in guter Gesellschaft.

Fritz Strobl patzte:
Gestern war er noch der Sieger der Abfahrt von Garmisch, heute bekam er den Trost von FIS-Renndirektor Günther Hujara, der Strobl aus den Fangzäunen der Kandahar befreite, nachdem dieser einem Flüchtigkeits-Fahrfehler zum Opfer gefallen war. Strobls Sturz in der Hölle blieb aber ohne Verletzungsfolgen für den 28-jährigen.

Endlich Rennwetter in Garmisch:
Die Wetterkapriolen der vergangenen Tage hatte die Organisatoren und die vielen freiwilligen Helfer an die Grenze der Belastungsmöglichkeiten gebracht. So fand die Durchführung der Abfahrt am gestrigen Samstag in den Reihen der alpinen Fachwelt auch viele Kritiker. Doch der heutige Super-G fand unter einwandfreien Bedingungen statt.

Hochgeschwindigkeits-Piste:
Eishang, Himmel und Hölle forderten den Athleten auf der knallhart durchgefrorenen Piste Technk, Kraft und Wagemut ab. Der Super-G erwies sich als Hochgeschwindigkeitskurs. Der italienische Kurssetzer A. Ghidoni hatte zudem einen anspruchsvollen Parcours mit 37 Toren ausgeflaggt.

Dienstag WM Super-G Lauf in St. Anton:
Bereits am kommenden Dienstag geht es für die Herren bei der WM in St.Anton/ Tirol um Gold, Silber und Bronze. Um 12.00 Uhr steht dann der WM Super-G Lauf auf dem Programm. Dann werden die Karten neu gemischt und Hermann Maier erhält die Chance zur Revanche an seinem Landsmann Gruber. Doch ein WM-Rennen hat meistens seine eigenen Gesetze. Außerdem ist dann auch wieder der Norweger Lasse Kjus, der in Garmisch wegen einer Magenverstimmung nicht starten konnte, mit von der Partie.