Der 6. Herren-Abfahrtslauf der laufenden Weltcup-Saison geht an Fritz Strobl aus Österreich. Der 28-jährige aus Steinfeld benötigte auf der Kandahar-Strecke von Garmisch 2.00.93 Min. Platz 2 belegte sein Landsmann Peter Rzehak (2.01.22 Min.) vor dem Schweizer Franco Cavegn, der in 2.01.31 Min. den dritten Rang belegte. Damit wird der Nomminierungspoker der Österreicher für einen Startplatz bei der WM in St. Anton in eine neue Runde gehen.

Bin sehr zufrieden:
Fritz Strobl äußerte sich nach dem Rennen: „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Lauf. Sich auf das Rennen einzustellen war heute das Hauptproblem. Keiner hätte am Morgen mit einer Abfahrt gerechnet.“

Traumergebnis für den DSV:
Aus Deutscher Sicht war die Heimabfahrt der Herren eine Art Auferstehung in großem Stil. Stefan Stankalla fuhr mit der Startnummer 51 sensationell in 2.02.45 Min. auf den 9. Platz vor. Der gerade nach seiner Knie-Verletzung wiedergenesene Max Rauffer landete auf Platz 11 (2.02.58 Min.) und das beste DSV-Abfahrtsergebnis dieser Saison rundete Florian Eckert als 18. in 2.03.05 Min. ab. Einzig der junge Nachwuchsfahrer Christian Prassberger schied aus.

Hermann Maier fliegt die Bindung weg:
Hermann Maier aus Flachau konnte das letzte Weltcup-Rennen vor der WM in St. Anton nicht beenden. Seine Bindung löste sich in voller Fahrt und der Speed-König aus Österreich landete in den Fangnetzen der Kandahar. So zornig hat man den Alpenvulkan dann selten gesehen. Wutentbrannt feuerte der Herminator seinen defekten Ski im Zielraum gegen eine Werbebande. Dem kapitalen Sturz, den er scheinbar unverletzt überstand ließ der Sieger von Kitzbühel eine Akrobatik-Einlage folgen, als er auf einem Ski die halbe Abfahrtsstrecke hinunter raste.

Mir tut nix weh:
Nach dem Rennen nahm Maier zu seinem Ausscheiden Stellung. „Mir tut nix weh, aber das Rennen steht unter keinem guten Stern. Man hätte es heute nicht durchdrücken sollen. Das sind keine fairen Bedingungen. Schade für mein Material. Das war mein Lieblingsski. Der hatte mir bislang schon viel Glück gebracht.“

Wetterkapriolen an der Kandahar-Strecke:
Um 12.00 Uhr sollte der Abfahrts-Klassiker von Garmisch-Partenkirchen gestartet werden. Doch die schlechten Wetterbedingungen machten den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Die Athleten oben am Starthäuschen (in 1700 Metern Höhe) sahen unmittelbar vor dem avisierten Rennbeginn eher aus wie die Schneemänner. Gegen 10.30 Uhr hatte es am Zugspitzgebirge „zugemacht“ und heftiger Schneefall im oberen Streckenbereich einen pünktlichen Start ausgeschlossen. In den mittleren Teil der Strecke fiel dabei reichlich nasser Pappschnee, der von den 400 freiwilligen Helfern nur schwer aus der Piste zu schaffen war. Der Zielraum in 740 Metern Höhe hatte zunächst mit heftigem Regen zu kämpfen, ehe dann auch dort der Schneefall einsetzte. Nebel und Wind erwiesen sich als weitere negative Faktoren des laut Wetterstation Zugspitze ca. 100 Kilometer breiten Schlechtwettergebietes.

Halbstündiger Verlegungs-Intervall:
FIS-Rennendirektor Günther Hujara blieb keine andere Wahl. Halbstündlich wurde das Herren-Abfahrtsrennen jeweils weiter nach hinten verlegt. Um 14.15 Uhr hatte das Warten dann ein Ende. 14.30 Uhr ist dabei laut Reglement die letzt mögliche Startzeit, da ansonsten die Lichtbedingungen sich für die Läufer mit den höheren Startnummern zu stark verschlechtern würden.

Kritik an der Durchführung:
Auch während des Rennens musste wegen heftiger Windböen häufig unterbrochen werden. Die Durchführung der Abfahrt hat die Aktiven und Fachleute in ihrer Meinung dazu in zwei Lager gespalten. Eine dritte abgesagte Abfahrt der Herren in der laufenden Weltcup-Saison wollten die Verantwortlichen wohl unter allen Umständen vermeiden. Fachleute wie Armin Bittner hätten in Anbetracht der Wetterprognosen für den Sonntag eine Verschiebung der Abfahrt um einen Tag befürwortet. Sein Kommentar: "Es hat stattgefunden."