Auch der 7. Slalom der laufenden Saison des alpinen Damen Weltcups geht an Janica Kostelic (Kroatien). Die 19-jährige aus Zagreb gab eine weitere Galavorstellung in Sachen Slalom und deklassierte in der Zeit von 1.30.78 Min. die Konkurrenz. Platz 2 sicherte sich das US-Girl Kristina Koznick (1.32.40 Min.) vor der Schweizerin Sonja Nef, die in 1.32.82 Min. noch von Rang 10 auf den dritten Platz vorfuhr.

Slalom Sieg-Rekord:
Sieben auf einen Streich! Janica Kostelic hat den Uralt-Rekord der Schweizerin Vreni Schneider aus der Saison 88/89 egalisiert. Nun stehen für die Ausnahme-Sportlerin 7 Slalom-Siege in Folge zu Buche.
„Ich bin nicht wirklich überrascht gewonnen zu haben. Die Piste hat im 2. Durchgang besser gehalten,“ resümierte Kostelic nach ihrem Triumph. Auch Sonja Nef zeigte sich zufrieden. „Als die 15er-Regelung bekannt wurde dachte ich mir, dass ist deine Chance. Ich hoffe, dass ich meine Leistung auch in St. Anton abrufen kann.

Janicas „Geheimtrick“:
Das Rätseln über die außergewöhnliche Dominanz des kroatischen Slalomwunders Janica Kostelic ist um eine Facette reicher. Neben der optimalen Carvingtechnik und der ständigen Mittelposition auf den kurzen Slalomskiern, rückt nun auch Kostelic`s extravagante Vorbereitung in den Blickpunkt des Interesses. In der Konzentrationsphase vor dem Wettkampf entlastet die bereits als Slalom-Weltcupsiegerin der laufenden Saison feststehende 19-jährige ihre Beinmuskulatur mit ausgiebigen Kopfständen in der Aufwärm-Zone am Starthäuschen. Vor dem Hintergrund der einmaligen Serie von 7 Slalomsiegen in Folge ( nur Vreni Schneider aus der Schweiz gelangen ebenfalls in einer Saison 7 Siege in Folge und der Sieg im 1. Slalom der nächsten Saison) könnte diese Aufwärmtechnik möglicherweise bald Nachahmer finden. Zumal Kostelic auch die letzten beiden Slalomrennen vor ihrer 5-monatigen Verletzung (Kreuzbandriss) gewonnen hatte und somit bei den letzten 9 Starts erfolgreich war.

15er Regel wurde nötig:
FIS Renndirektor Kurt Hoch hatte es schon während des 1. Durchgangs angedeutet. In Anbetracht der schlechten Pistenverhältnisse wurde im Final-Durchgang die 15er Regel angewandt. Die 15. des 1. Laufs (Caroline Lalive aus den USA) eröffnete demnach das Finale der besten 30 Fahrerinnen. Janica Kostelic ging dann als Führende des 1. Durchgangs dann mit der Startnumer 15 ins Rennen. Danach wurde das Rennen in der Reihenfolge 16.-30. Platzierung fortgeführt. Die letzten Fahrerinnen hatten es allerdings eher mit einem „Rodeo“ zu tun.

Drei Deutsche im Finale:
Drei DSV-Fahrereinnen hatten sich für das Finale qualifiziert. Die neue „harte“ Linie des DSV Damen Cheftrainers („ich mache nicht den Reiseleiter in Sachen Skitourismus“) zeigt erste positive Wirkungen. Annemarie Gerg wurde in der zeit von 1.36.25 Min. 19. und zeigte in beiden Läufen jeweils eine erfrischend aggressive Fahrweise. „ Ich habe viel trainiert. Angriff ist die beste Verteidigung. Auch Marina Huber konnte mit Platz 23 zufrieden sein. Einzig Monica Bergmann dürfte mit Rang 29 nicht glücklich sein.

Weitere Ausscheidungs-Rennen beim DSV:
Das Slalom-Team für die WM in St. Anton wird erst nach den morgigen Ausscheidungs-Rennen im Training nominiert werden. Martina Ertl und Marina Huber gelten als gesetzt.

Viele Zuschauer in Ofterschwang:
Reichlich Fans (einige Tausend) feierten die Fahrerinnen im letzten Rennen vor der WM in St. Anton (Österreich) am Ofterschwanger Horn im Allgäu. Damit wird der Hoffnung der Organisatoren auf eine dauerhafte Berücksichtigung im Weltcup-Kalender weiter Nahrung gegeben. Die Zuschauer nehmen die Veranstaltung an, während Klassiker wie Cortina beinahe vor einer Geisterkulisse ausgetragen werden.