Sonja Nef bewies am Sonntag in Cortina d`Ampezzo erneut ihre Vorliebe für den Riesenslalom. Die 28-jährige errang dort den ersten Platz in der Gesamtzeit von 2.37.56 Minuten und stockte damit ihren Disziplinen-Punktestand auf uneinholbare 576 Punkte auf.

Blick in den Rückspiegel der bisherigen Saison:
Man kann nicht anders, als sich mit ihr zu freuen. Dabei war der Gewinn der „kleinen“ Kristallkugel nach dem Auftakt-Rennen keineswegs zu erwarten gewesen. Die Ausbeute beim ersten Rennen in Sölden war eher bescheiden. Dennoch hatte der Startschuss etwas Wegweisendes. Die Schweizerin aus Grub hatte am 28.10.2000 den Welt Cup mit der Startnummer eins eröffnet. In diesem Riesenslalom erreichte sie zwar „nur“ Platz 15, holte aber in den anschließenden Wettkämpfen unaufhaltsam auf und machte sich die Nummer Eins zum erklärten Ziel: „Ich trete an, weil ich gewinnen will.“ Und damit versprach sie nicht zuviel: Platz Nr.1 im Riesenslalom von Park City, Sestrière und Semmering!

Erfolg hielt an:
Scheinbar mühelos setzte sie auch im neuen Jahr ihre Erfolgsserie im Riesenslalom fort und gewann in Maribor mit einem Vorsprung von 24 Hundertstelsekunden vor Karen Putzer aus Südtirol.

Der ganze Stolz der Schweizer:
Mittlerweile hat die Schweizerin schon einige Rekorde gebrochen: seit der Italienerin Deborah Compagnoni (97/ 98) ist sie die Erste, die vier Riesenslalom-Läufe in einer Saison in Folge gewonnen hat. Zudem ist ihr der 250. Damen-Welt Cup-Sieg der Schweizer zu verdanken. Keine Schweizer Skiläuferin war seit der legendären Vreni Schneider bisher so erfolgreich. Sie nahm 1995 die Kristallkugeln für den Gesamt-, Riesenslalom- und Slalom-Welt Cup-Sieg entgegen. Doch die bescheidene Sonja Nef bleibt auf dem Boden der Tatsachen: „So erfolgreich wie Vreni werde ich nie sein.“
Allerdings weiß sie ihre Erfolge durchaus zu schätzen, da sie für die Schweizerin nach ihren sechs Knieoperationen keine Selbstverständlichkeit sind. Für sie zählt jeder Sieg aus diesem Grund „... doppelt oder dreifach.“ Das „Geheimnis“ ihres Erfolges liegt laut Altmeister Christian Neureuther in ihrer Fahrtechnik: „ Sie wählt häufig die beste Linie aller Fahrerinnen und versteht es optimal, die neue Carving-Technik auf das jeweilige Rennstreckenprofil abzustimmen.“

Publikumsliebling:
Selbstbewusst stellt sich das 1, 63 Meter große Aushängeschild der Eidgenossen den Fragen der Reporter und bleibt stets freundlich und ausgeglichen; eine Eigenschaft, die nicht jedem Skistar zugeschrieben werden kann und die sie bei Publikum und Berichterstattern gleichermaßen beliebt macht. Sie ist die Sympathieträgerin des diesjährigen Welt-Cups.