Wie nennt man es, wenn sich ca. 1.800 lebensmüde Amateur-Skifahrer und Profis eine 16 km lange kaum befestigte Strecke voller scharfen Kurven den Berg hinunterstürzen? Verrückt? Nein, man nennt es Inferno-Rennen in Mürren.
Und heute, am 17.01.2001 um 9.00 Uhr ist es wieder soweit!
Sollte der geneigte Leser tatsächlich noch nichts von diesem mittlerweile weltbekannten Rennen gehört haben, so kommt hier eine kleine Nachhilfe in Sachen Ski-Alpin-Tradition.

Historie:
Am 29. Januar 1928 fand das Rennen zum ersten Mal statt und ist damit heute zusammen mit der Kandahar-Abfahrt das älteste Skirennen der Welt, das noch ausgetragen wird.
Sir Arnold Lunn, der Begründer beider Rennen, bezeichnete die Inferno-Abfahrt 1969 als „... einen wirklichen Test für alpines Skifahren ...“.

Beinahe 16 Kilometer lange Strecke:
Und das ist es auch heute noch aufgrund der äußerst anspruchsvollen Strecke. Start ist auf dem Schilthorn auf 2.970 Metern. Das Ziel befindet sich in Lauterbrunnen auf 800 Metern. Auf der Strecke von 15,8 km Länge mussten die Teilnehmer früher sogar zwei leichte Steigungen bewältigen, heute jedoch kämpfen sie „nur“ noch mit den scharfen Kurven und dem steilen Gefälle. Zu den Anfangszeiten des Rennens konnten die Teilnehmer froh sein, das Rennen ohne ernstere Verletzungen überstanden zu haben.

Ankommen zählt:
Doch auch heute noch gilt: die Teilnahme kommt vor dem Rang! Wer das Rennen durchhält, kann sich zu den besten Skiläufer der Welt zählen. Denn obwohl die Piste mittlerweile präpariert wird, stellt sie immer noch höchste Ansprüche an das Können und die Ausdauer der Sportler.
„Normale“ Fahrer benötigen für die Piste etwa 45 Minuten, die Sieger des Rennens hingegen bewältigen sie in ungefähr 15 Minuten!

Einen Nachteil haben die blitzschnellen Ski-Asse aber doch! Zeit um die äußerst beeindruckende Bergkulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau zu genießen bleibt bei dem Tempo wohl kaum ...