Sieben Jahre ist es nun schon her; viel wurde darüber geschrieben. Vielleicht mehr, als über manch` anderen Sturz. Die Rede ist vom „tragischen“ Unfall der Ulrike Maier am 29.Januar 1994.

Tragik oder Sicherheitsmängel:
„Tragisch“ mit einem imaginären Fragezeichen! Denn die dem Unfall folgenden Beschuldigungen, Gerüchte und Verhandlungen drehten sich in der Folge eigentlich ausschließlich um die wahre Deutung dieses so gern verwendeten Wortes. „Tragik“ bezeichnet eine „Leid bringende Unabwendbarkeit“ (Definition: Wahrig Wörterbuch).
Genau das war der Kern des Rechtstreits, der sich vermutlich ebenso tief in die Gedächtnisse der Menschen eingegraben hat, wie der traurige Anlass selbst.
War dieses Unglück aufgrund mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen vorhersehbar, wie es die Hinterbliebenen vermuteten? Oder war der Sturz so ungewöhnlich und unglücklich, dass eine vollständige Absicherung gar nicht möglich gewesen wäre?

Der Unfall:
In Garmisch Partenkirchen fand an diesem Tag der Super-G der Damen statt. Mit am Start auf der Kandahar-Piste befand sich auch Ulrike Maier, die zweifache Weltmeisterin im Super-G und Mutter einer damals vierjährigen Tochter.
Kurz vor Ende der Piste verriss es der 26-jährigen den rechten Ski und sie prallte mit dem Kopf gegen den Pfahl einer Zeitmessanlage, der ihr das Genick brach. Das geschah, obwohl die Stange mit einem Strohsack und einem Schneekeil gesichert war. Kurze Zeit später verstarb sie im Krankenhaus von Murnau.

Vergleich vor Gericht:
Ein Gerichtsverfahren sollte damals klären, ob die für die Sicherheit verantwortlichen Renndirektoren Jan Tischhauser und Kurt Hoch den Vorfall hätten verhindern können. Doch bereits nach dem zweiten Verhandlungstag wurde das Verfahren eingestellt und die FIS verpflichtete sich zu einer Entschädigungszahlung von umgerechnet 720.000 DM an die Tochter der Verstorbenen.

Die Sportlerin:
Schon in früher Kindheit machte Ulrike Maier, geboren am 22. Oktober 1967, Bekanntschaft mit dem Schnee. Mit 15 wurde sie in den Nachwuchskader berufen und feierte 1987/ 88 bei den Olympischen Spielen ihre ersten Erfolge. Ihre größten Triumphe waren die beiden Weltmeisterschaftssiege 1989 in Vail/ USA und 1991 in Saalbach - Hinterglemm/ AUT.

Unvergessen:
Es bleibt, zu hoffen, dass dieses Unglück sich nicht wiederholt und die Sicherheit der Sportler immer an erster Stelle steht. Ulrike Maier wird den Menschen im Gedächtnis bleiben, jedoch nicht nur als schrecklicher Todesfall, sondern vielmehr als eine hervorragende Skiläuferin, die schon in jungen Jahren beachtliche Erfolge erzielte.