Ihr Helm glänzte golden in der Sonne von Maribor. Strahlend das Lächeln unten im Zielhang nach getaner Arbeit. „Die Hände zum Himmel und lasst uns fröhlich sein...“. Bei Sonja Nef stimmt zur Zeit einfach alles. Karnevalsstimmung im Fanclub und... nicht nur die Schweizer liegen der 28-jährigen Nef zu Füßen. Wer in den letzten Wochen mit dem Ski-Zirkus auf Tour war, der musste einfach dem Charme der Eidgenössin erliegen.

Erfolgreiche Saison:
Vier Weltcup-Siege (alle im Riesenslalom) stehen in der Weltmeisterschaftssaison seit dem vergangenen Wochenende auf dem Konto von Sonja Nef. Schon im November in Nordamerika hatte die 163 cm große Sympathieträgerin zugeschlagen. Mit einem fulminanten 2. Durchgang sicherte sie sich den Sieg in Park City (Utah/USA). Auch in Sestriere (Italien) landete die in Grub geborene Nef ganz oben auf dem Podest. Am Zauberberg im österreichischen Semmering packte Sonja dann tief in die Trickkiste und gab vor über 20.000 Zuschauern eine weitere Kostprobe ihres Könnens ab. So wie das alte Jahr im Damen-Weltcup endete, begann im slowenischen Maribor am letzten Samstag auch das neue Jahr. Die Disziplin hieß Riesenslalom und die Gewinnerin natürlich Sonja Nef.

Everybodys Darling:
Man gönnt ihr die Erfolge. Freude kommt auf, wenn man in das fröhliche Gesicht der ausgeglichen wirkenden Schweizerin blickt. Bereitwillig steht sie dem Presse-Heer Rede und Antwort. Dabei wirkt das Lächeln niemals aufgesetzt und ihre Geduld in Mitten der hektischen Reporterschar scheint schier grenzenlos zu sein. „ Die hübscheste Erscheinung im Damen-Weltcup“, geriet selbst ein Christian Neureuther ins Schwärmen.

Starke Technikerin:
Allerdings macht beim Anblick der Schweizer Riesenslalomfahrerin auch das Herz des Ski-Fachmanns einen gewaltigen Satz: „ Sie wählt häufig die beste Linie aller Fahrerinnen und versteht es optimal, die neue Carving-Technik auf das jeweilige Rennstreckenprofil abzustimmen“, analysierte Neureuther Nefs Laufstil mittels der Videoüberblendungstechnik, die von der Deutschen Sporthochschule in Köln eigens für den Ski-Weltcup entwickelt worden ist.

Goldene Zukunft:
Gute Nerven und eine gesunde Portion Selbstbewusstsein tragen zur momentanen Stärke der Sonja Nef bei: „Ich trete an, weil ich gewinnen will.“ So einfach ist das. Ihr goldener Rennhelm weist dabei den avisierten Weg in die nähere Zukunft. In dieser Form muss Sonja Nef mit Blick auf die WM in St. Anton (ab Ende Januar) die Favoritenrolle im Riesenslalom zugeschrieben werden. Die Erwartungshaltungen und der Druck sind enorm. Es würde wohl niemanden verwundern, wenn nach dem letzten Schwung nicht nur Sonjas Helm golden glänzt, sondern das passende Schmuckstück hinzugefügt wird. Die Goldmedaille.