Tauwetter in Maribor. Der 6. Weltcup-Slalom der Damen musste im slowenischen Maribor wegen Unbefahrbarkeit der Strecke abgesagt werden. Temperaturen von + 5 Grad Celsius um 9.00 Uhr und Regen in der Nacht hatten alle Versuche, die Piste für das Spektakel am heutigen Sonntag herzurichten, zum Scheitern verurteilt.

Hoch sah keine Chance mehr:
FIS-Renndirektor Kurt Hoch warf dann am frühen Morgen auch das Handtuch im Hinblick auf die Austragung des Slaloms. „The snow is dead (der Schnee ist tot). Wir hatten bereits am gestrigen Samstag durch die Sonneneinstrahlung 10 cm an Schneedecke verloren. Der Regen in der Nacht schmolz noch einmal 15 cm weg. Da kann man nicht mehr fahren“, erläuterte Kurt Hoch die Situation am Hang von Maribor. „ Ein Rennen ist absolut unmöglich. Wir hatten schon für den Riesenslalom 600.000 Liter Wasser in die Piste gepumpt und dann mit Schnee-Bindemittel ausgehärtet. Doch abermals ist das nicht mehr möglich."

Neureuther nachdenklich:
Cristian Neureuther schloss sich der Entscheidung der FIS an: „ Hier geht nichts mehr. Die Absage für den Slalom ist der Preis für die Durchführung des Riesenslaloms am Samstag. Man konnte nur für ein Rennen präparieren“, gab der ehemalige Weltklasse-Skifahrer zu bedenken.

Wolfgang Maier nicht unglücklich:
Dem DSV-Cheftrainer Wolfgang Maier kam die Absage mit Blick auf die Verletztenliste nicht ungelegen. „ Wir leben in den technischen Disziplinen fast ausschließlich von den Leistung der Martina Ertl. Wenn der Slalom erst nach der WM in St. Anton nachgeholt wird, kommt das unseren Interessen entgegen. Dann kann Martina wohl wieder eingreifen. Mir war der gestrige Riesenslalom und die Art wie er durchgedrückt wurde schon suspekt“, machte der Bundestrainer aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Kroaten tief enttäuscht:
Es hätte ein Festtag für alle kroatischen Ski-Fans werden sollen. 15.000 bis 20.000 Fans hatten sich auf den Weg nach Slowenien gemacht. Sie alle wollten die Führende im Gesamt-Weltcup anfeuern. Derzeit liegt Kroatien im Kostelic-Fieber. Janica hatte am Freitag in Maribor ihren 19. Geburtstag gefeiert und ist im Slalom in dieser Weltcup-Saison mit fünf Siegen noch ungeschlagen. „Sie wollten mich alle anfeuern. Es tut mir so leid, aber das Rennen wäre total irregulär gewesen. Ich hoffe, dass meine Fans eine neue Chance bekommen, um mich im Wettkampf unterstützen zu können“, zeigte sich das Slalomwunder aus Zagreb sehr ergriffen von der großen Menge ihrer angereisten Fans.