100 % Schneesicherheit das ganze Jahr über? Vielleicht in Grönland - sollte man meinen. Seit dem 4. Januar ist es möglich. Wo? In Neuss. Dort wurde das bisher einzige Indoor-Skizentrum Deutschlands eröffnet. Wenn in den Alpen im Frühjahr vielfach die Lifte abgestellt werden, muss ab jetzt keiner mehr die Skiausrüstung einmotten.

Neuss der Konkurrenz um eine Skilänge voraus:
Neu ist die Idee des ganzjährigen Skivergnügens jedoch nicht. In den Niederlanden hat sich das Geschäft mit den Skihallen bereits etabliert. Darauf hoffen die deutschen Betreiber nun auch - trotz der extremen Anhäufung der Skihallen im Ruhrgebiet. Denn allein wird die „Allrounder Winter World“ damit nicht bleiben: Marc Girardelli eröffnet in Kürze in Bottrop ein Alpincenter ähnlichen Ausmaßes, über eine weitere Skiarena in Oberhausen wird derzeit entschieden und auch Castrop-Rauxel will nicht zurückstehen und zieht mit einem ehrgeizigen 300 Millionen Mark teuren Projekt nach. Neuss ist den Mitstreitern immerhin eine „Skilänge“ voraus: mit Hochdruck wurde gearbeitet und die Winter World vor allen anderen fertiggestellt. 300 Meter in der Länge und 60 in der Breite misst sie und vereint unter dem Stahldach der Halle nicht nur die Piste (28% Gefälle und drei Lifte), sondern auch eine Vielzahl anderer Serviceangebote.

Neureuther unterstützt die Idee:
So ist für Anfänger und Ungeübte eine Skischule integriert. Dort kann man „nach Methoden des erfolgreichen Weltcup-Fahrers Christian Neureuther“, das Skifahren auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten („Gesundheits-Skifahren“) erlernen. Auch das Snowboardfahren wird in Neuss professionell geschult. Die Experten von „SalzburgerLand“ sorgen für den allzeit verfügbaren Neuschnee, auf dem auch die prominenten PR-Berater Rosie Mittermaier und Christian Neureuther „wedeln wie auf Federn“ ...
Und wie es sich gehört, kommt natürlich das Après-Ski nicht zu kurz: in der „urigen Atmosphäre“ der „Schirmbar“ und „Stieglalm“ versteht sich!

Gewaltige Ausmaße:
Während „in der Hüttn“ einer urige Atmosphäre herrscht, werden einem die wahren Ausmaße der Halle erst von außen bewusst. Auf einer ehemaligen Müllhalde errichtet, sieht der „niedrigste Alpengipfel“ (wie der Neusser Bürgermeister Herbert Napp es ausdrückt) eher bedrohlich aus. 70 Millionen Mark kostete der Koloss, finanziert mit der Unterstützung zahlreicher Skigebiete wie Zell am See, Gastein, Kaprun, Obertauern ...Das Konzept macht aus Sicht der Skigebiete Sinn. Denn wer in Neuss auf den Geschmack gekommen ist, der kann gleich im integrierten Reisebüro den Sprung in die freie Wildbahn wagen. Schnell ist so der erste Skiurlaub gebucht.

Ökologischer Ansatz:
Besondere Betonung legen die Betreiber auf ihre Zusammenarbeit mit einem Energiekonzern, der seinen Strom zu 100 % aus Wasserkraft gewinnt. Damit werden die 3 Mio. Kilowattstunden, die die Halle im Jahr unter anderem für die Kühlung auf konstante - 5°C verbraucht, vollständig gedeckt.

Bleibt nur noch, für die Betreiber zu hoffen, dass die jährlich benötigten 500 000 Besucher nicht ausbleiben!