Das letzte Rennen des Jahres wurde Martina Ertl zum Verhängnis. Im 2. Durchgang des Riesenslaloms am Semmering (Österreich) stürzte die bis dahin Führende der Gesamt-Weltcupwertung im Zielsteilhang unglücklich und verletzte sich am Knie.
„Ich habe gleich gemerkt, dass irgendetwas am Knie locker ist“, sagte Ertl im Zielhang.

Schon an der Sturzstelle gab die 27-jährige Deutsche ihre Sofort-Diagnose an den Technik-Trainer Franz Gamper weiter. „ Ich habe mir das Knie beim Aufprall total verdreht“, analysierte Ertl das Schockerlebnis. Ein übersehener Buckel und der anschließende Innenski-Fehler hatten zuvor für das vorzeitige Ende am Zauberberg gesorgt.

Riss am Innenband:
Schon zweimal hatte das DSV-Aushängeschild mit eben dieser Verletzung am rechten Knie zu kämpfen gehabt. „Ich muss das im Krankenhaus untersuchen lassen“, blickte Ertl den Realitäten tapfer ins Auge. Allerdings bestätigte DSV Teamchef Wolfgang Maier indes den Innenbandabriss. Letzte Sicherheit wird die Untersuchung am Abend beim Münchner Kniespezialisten Dr. Münch nun in der bayerischen Landeshauptstadt bringen.

WM-Teilnahme in St. Anton in Gefahr:
Erst nach dem Klinikaufenthalt kann dann eine genauere Angabe zu einer möglichen Genesungspause gemacht werden. Sollte sich der Verdacht des Innenbandrisses jedoch bestätigen und zudem, so befürchtet man, auch noch ein Meniskusschaden diagnostiziert werden, so steht eine Zeitspanne von 4-6 Wochen im Raum. Der Start bei der WM in St. Anton (Österreich) Anfang Februar wäre dann für Martina Ertl laut Wolfgang Maier in akuter Gefahr.

Weltcup-Führung verloren:
Ertl lag nach dem 1. Durchgang des Riesenslaloms noch auf dem elften Platz und gab nach ihrem Ausscheiden die Führung an das 18-jährige Slalomwunder Janica Kostelic ab, die den RS auf Rang 7 beendete und dafür 36 Punkte gutgeschrieben bekam. Die Kroatin geht nun mit 655 Punkten als Führende vor Martina Ertl (634 Punkte) in das neue Jahr.