Nef und Rey-Bellet entzaubern ÖSV-Damen:
Diffuses Licht und leichter Schneefall führten dazu, dass der entscheidende 2. Durchgang unter Einsatz des Flutlichts ausgetragen werden musste.

Auf dem Zauberberg im österreichischen Semmering erwies sich Sonja Nef (Schweiz) beim 5. Weltcup-Riesenslalom der Saison als die stärkste Fahrerin. Vor gut 20.000 Zuschauern meisterte die 28-jährige Schweizerin, die bereits nach dem 1. Durchgang in Führung gelegen hatte, auch den schwierigen 2. Lauf souverän und siegte in der Zeit von 2.23.16 Min. vor ihrer Landsmännin Corinne Rey-Bellet. Dritte wurde überraschend Sarah Schlepper (USA) vor den beiden Österreicherinnen Michaela Dorfmeister und Brigitte Obermoser.

Ertl verliert nach Sturz die Weltcup-Führung:
Martina Ertl lag nach dem 1. Durchgang auf dem 11. Platz. Doch kurz nach der Zwischenzeit stürzte die Lenggrieserin spektakulär. Der Grund: Eine klassische Innenskilage nach übersehener Bodenwelle. Das 27-jährige DSV-Aushängeschild verletzte sich dabei am Knie.
„Irgendetwas ist locker im Knie. Ich muss das vom Arzt untersuchen lassen“, zeigte sich Martina Ertl unmittelbar nach dem Ausscheiden beunruhigt. Die Führung im Gesamtweltcup übernimmt nun mit 655 Punkten Janica Kostelic (Kroatien), die Platz 7 belegte. Ertl rutscht mit 634 Punkten auf Platz 2.

DSV-Damen zum Jahresausklang müde:
Petra Haltmayr, die in dieser Saison bislang überzeugen konnte, ging als 27. des 1. Laufes in ihr letztes Rennen des Jahres. Nach einem unruhigen 2. Durchgang („Ich bin besch...gefahren“) musste sich die Deutsche am Ende in 2.26.51 Min. mit dem 22 .Platz zufrieden geben.
Stefanie Wolf (Platz 52 in Durchgang 1) und Marina Huber (55 in Durchgang 1) hatten sich nicht für das Finale der schnellsten 30 Skifahrerinnen qualifizieren können.

Schwedin Anja Paerson nicht im Finale dabei:
Überraschend hatte sich die bislang Führende in der Weltcup-Riesenslalom-Wertung als 31. des 1. Durchgangs nach einem völlig misslungenen Lauf nicht für das Finale qualifizieren können.

Kurioses am Rande:
Die „Schneeknolle“ wurde zum Wort des Tages in Semmering. Die Fachsimpelei der Skistars erregte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Unter Schneeknollen verstehen die Athleten kleine Eiskugeln, die auf der Pisteliegen und dafür sorgen, dass die Fahrerinnen auf diesen Kugeln von der Ideallinie wegdriften. Speziell im 1. Durchgang hatten die Läuferinnen mit diesem Phänomen zu kämpfen.

Zweiländer-Piste:
Die Rennfahrerinnen überquerten während ihres Rennlaufes die imaginäre Landesgrenze zwischen zwei österreichischen Bundesländern. Das Starthaus steht in der Steiermark und das Ziel liegt in Niederösterreich. Gut, dass es dort keine Passkontrolle gibt.