„Solche Haarspaltereien und nicht der sportliche Wettkampf entscheiden also Wettkämpfe. Die Betonung bei Skizirkus liegt wohl eindeutig bei Zirkus.“

Das Rennwochenende und die Disqualifikation von Hermann Maier sind noch längst nicht verarbeitet.

Der Vorfall:

Es geht um 1.14 Minuten. Um genau dieses Zeitmaß hatte der Führende des Gesamt-Weltcups, Herman Maier aus Österreich, den Riesenslalom-Hang vor dem Rennen am Sonntag in Val d`Isere zu lange besichtigt.

Daraufhin disqualifizierte ihn die Rennleitung und verbot Maier, der die Startnummer 1 gehabt hätte, den Start. Das machte den Superfahrer aus Flachau so wütend, dass er ohne Freigabe der Piste durch den Riesentorlauf fuhr. Die FIS reagierte erneut und sperrte Maier für ein weiteres Rennen (Riesenslalom in Bormio am 21.12). Zudem musste der Herminator eine Geldstrafe in Höhe von 32.000 Mark zahlen.

Die französische Polizei ermittelt außerdem gegen den ÖSV-Rennläufer wegen Gemeingefährdung. Er habe die Sicherheit des Pistenpersonals bei seinem unerlaubten Lauf billigend gefährdet.

Maiers Version:

ÖSV-Konditionscoach Michael Fichta hatte um 8.37.30 Uhr die offizielle Zeit von Rennleiter Hujara erfragt. Am Hang wurde der Funkspruch von Fichta empfangen und die Trainer glichen die Uhrzeit ab. Nochmalige Zeitauskunft erteilte die FIS trotz Nachfrage nicht. Um 8.44.00 Uhr erhielt Maier die Aufforderung der Trainer ins ziel zu fahren. Dort kam er um 8.45.00 Uhr nach Angaben der Österreicher an.

Außerdem würden die Fernsehaufnahmen eindeutig beweisen, dass er nicht rennmäßig durch die Piste gefahren ist und niemanden gefährdet hat. „Ich hatte ja sogar Anorak und Überhose an.“ Ein Verbot hinsichtlich der Fahrt durch den RS-Hang war Maier nicht bekannt. „Der anwesende Startrichter hat mich am Runterfahren nicht gehindert“.

„Zum Glück bin ich gegen alle Art von Psychoterror gefeit“, sieht sich Maier einer Neidkampagne ausgesetzt.