Die Speedfahrerinnen des alpinen Weltcups machten der Schweiz ihre Aufwartung.
Bei herrlichen äußeren Bedingungen ging es in St. Moritz auf einer abwechslungsreichen Strecke in der 3. Abfahrt der Saison ordentlich zur Sache.

Die Damen des ÖSV-Teams traten am heutigen Tag eindeutig aus dem Schatten ihrer österreichischen Skikollegen, die in Val d`Isere zur gleichen Zeit in der Abfahrt von den Italienern und Schweizern besiegt wurden.

Gleich fünf Speed-Ladies der Alpenrepublik hatten super Material und fuhren auf die Plätze 1 bis 6. Einzig Emily Brydon aus Kanada brach als Dritte in das Führungsquintett ein.

Die optimal präparierte Piste ließ auch den Starterinnen mit den höheren Startnummern alle Optionen auf gute Resultate. Nur die Licht-und Schattenspiele bereiteten den Hochgeschwindigkeits-Pilotinnen gewisse Probleme beim Erkennen der Bodenwellen.

Auf der WM Strecke des Jahres 2003 mussten die Läuferinnen im oberen Drittel auf dem „Autobahn-Abschnitt“ Gleitfähigkeiten an den Tag legen, ehe die anspruchsvollen Traversen und Sprünge im unteren Bereich dann technisches Fahren verlangten.

Dies glückte insgesamt Brigitte Obermoser so gut wie keiner weiteren Athletin. Damit verdrängte sie in 1.38.68 Min. als letzte Fahrerin des ÖSV-Blocks ihre Landsmännin Renate Götschl, die zuvor die Bestmarke mit 1.39.03 Min. gehalten hatte. Emily Brydon verdrängte die bis dahin Dritte Michaela Dorfmeister mit der hohen Startnummer 44 noch vom Treppchen. Alexandra Meissnitzer landete nur eine hundertstel Sekunde hinter Dorfmeister auf Platz 5 und zeigte damit nach ihrer langen Verletzungspause gleich wieder große Klasse.

Nicht so erfolgreich verlief das Rennen aus Sicht der DSV-Mädels.

Wolfgang Maier, Cheftrainer der DSV Damen unkte schon im Vorfeld: „Heute siegen die Österreicherinnen.“

Allerdings gab es neben eher bescheideneren Platzierungen einen richtigen positiven Ausreißer nach Oben. Nachwuchsläuferin Isabelle Huber, die zuvor im Training bereits überzeugen konnte, sorgte für die Superüberraschung im DSV-Team. Als 54. war das deutsche Talent in das Rennen gestartet. Da hatten die Kommentatoren diesen Abfahrtslauf mit Blick auf die deutschen Fahrerinnen schon als Pleite abgehakt. Doch mit einem tollen „Ritt“ holte die Nachwuchsfahrerin heute für die Stars die Kastanien aus dem Feuer. In der Zeit von 1.39.81 Min. erreichte Huber einen beachtlichen 10 Platz und war damit die schnellste Starterin im Team.

Petra Haltmayr zeigte dann noch die beste Leistung der „gestandenen“ Läuferinnen in der deutschen Mannschaft und erreichte in der Zeit von 1.40.32 Min. den 19 Platz.
„Ich bin einmal ziemlich in den „Sumpf“ geraten. Der weiche Schnee hat sicher Zeit gekostet.“

Sibylle Brauner fuhr 1.40.84 Min. und fand sich auf Platz 32 wieder und stellte fest: „Es ist irre langsam im Vergleich zum Training, macht aber riesigen Spaß zum Fahren. Aber es ging nicht schneller.“

Martina Ertl kam mit den langsamen Pistenverhältnissen nach dem Neuschnee nicht so gut zurecht. In der Zeit von 1.41.73 Min.fuhr sie weit hinter den Punkterängen her und belegte abgeschlagen den 48. Platz.:„Ich habe den Ski ein bisschen zu stark zurückgehalten. Ein Ausrutscher ist jedoch nicht schlimm. Morgen greife ich erneut an.“

Regina Häusl, Vorjahres-Weltcupsiegerin in der Abfahrt, die nach einem Beinbruch in St. Moritz als Zuschauerin dabei war, hatte derweil ihr ganz persönliches Erfolgserlebnis: „ Ich mache meine ersten Skiversuche nach Sölden und es fühlt sich gut an.“