Der Nachtslalom von Sestriere (Italien) gilt als einer der „Klassiker“ unter den Weltcup-Rennen im alpinen Skizirkus.

Der zweite Spezialslalom der Herren in der Weltmeisterschaftssaison brachte einmal mehr die ganze Faszination dieser spannungsträchtigen Sportart zum Ausdruck.

Die besten 30 Könner des ersten Durchgangs, der von 71 Athleten in Angriff genommen worden war, stellten sich im Finale der Aufgabe, den Stangenwald im Flutlichtschein zu meistern.

Mit einem Vorsprung von 0.1 Sekunden auf den Österreicher Mario Matt, der zum Saisonauftakt einen zweiten Platz im Slalom von Park City (USA) belegt hatte, ging der 28-jährige Franzose Sebastian Amiez (Platz 8 in Park City) als letzter Starter auf die Piste. Der Mann aus Moutier hatte sich die Führung nach dem 1. Durchgang mit einem quasi fehlerfreien Traumlauf erkämpft.

Beiden Führenden machten die Nerven aber einen Strich durch die Rechnung. Nichtmals bis zur Zwischenzeit schafften es Amiez und Matt. Aus der Traum vom Weltcup-Sieg.

Den Sieg holte sich erneut Heinz Schilchegger (AUT), der bereits in Park City gewonnen hatte. Im unteren Abschnitt drehte der Mann aus dem Bregenzerwald in Vorarlberg voll auf und dominierte in der Zeit von 1.52.27 Min. am Ende erneut die Konkurrenz.

Platz zwei ging an den norwegischen Slalom-Olympiasieger Hans-Petter Buraas. Dritter wurde mit Kilian Albrecht ein weiterer Österreicher.

Beachtenswert auch die Leistungen der Japaner und der Briten. Nippons Slalomfahrer Kimura und Minagawa fuhren wie entfesselt; das stolze Ergebnis die Plätze fünf und sieben. Die Männer von der Insel belegten im Finale immerhin die Ränge 14 und 18.

Für die beiden deutschen Fahrer Markus Eberle und Marco Pastore kam schon in Lauf eins das vorzeitige Aus. Eberle fädelte leider ein, fuhr zwar das Rennen bis ins Ziel hinunter (inoffiziell der neunte Rang), wurde aber richtigerweise nachträglich disqualifiziert und muss eine Strafe von 999 Schweizer Franken „berappen“, da er das Rennen entgegen der Wettkampfregel beendete.

„Ich habe meinen Torfehler nicht bemerkt, bin aber mit meinem Lauf sehr zufrieden. Das ist mir sogar das Strafgeld wert gewesen, da ich so wenigstens weiß, dass ich in die Top-Ten fahren kann.“

Marco Pastore verpasste auf Platz 39 den „Cut“.

Weltcup-Gesamtwertung:

1 Hermann Maier AUT 616
2 Stefan Eberharter AUT 409
3 Lasse Kjus NOR 408