Größer erscheinen als man ist!
Für Carvingfahrer ist ein erhöhter Stand auf dem Ski eine absolute Notwendigkeit.
Das hat natürlich nichts mit einem Übermaß an "Wichtigtuerei" zu tun. Nein, die Ski2b Redaktion stellt sich schützend vor die Carvingfreunde....denn hier machen sich einfach nur technische Überlegungen und Innovationen in der Materialentwicklung bemerkbar.

Darum geht es:

Standerhöhungen helfen beinahe jedem Skifahrer. Vom Anfänger bis zum Ski-Rennläufer profitieren alle von der "Platte".
1. Die Skier lassen sich leichter lenken. Mit wenig Bewegungsaufwand können die Kanten effektiver eingesetzt werden. Die erhöhte Position über dem Ski nutzt der Fahrer hierbei zum gezielten Kanten aus, da der Aufkantwinkel schon bei kleinen Veränderungen seine Wirksamkeit erhält.

2. Die Schräglagen können mittels der Platte extremer ausfallen. Ein kontollierteres Fahren ist möglich. Stürze, die durch das Ausrutschen auf dem Skischuh entstehen können, werden so vermieden.

3. Das Skifahren wird kraftsparender. Der bessere Hebel zwischen dem Unterschenkel und dem Boden beim Kanten der Ski führt zu einem schnelleren und sogar stärkeren Kanteneinsatz.

4. Platten vergrößern nicht die Verletzungsgefahr. Die Diskussion um die erhöhten Risiken bezüglich der Unfallhäufigkeit hat sich wieder beruhigt, da diese negativen Annahmen sich in Untersuchungen nicht bestätigt haben. Allerdings senken Platten auf Skiern auch nicht direkt das Verletzungsrisiko.

Jedem Carver seine Platte:

Ob Allround-Carver, Cross-Carver, Race-Carver oder Fun-Carver: Für jeden Carving-Typ gibt es die ideal ausdiffernzierte Standerhöhung.

Allround-Carver:
Es gibt intergrierte Bindungen, die eine Standerhöhung von ca. 10 Millimetern ergeben. Diese Variante ist günstig und entspricht bei geringem zusätzlichen Gewicht den Anforderungen des Allrounders an sein Sportgerät.
Cross-Carver:
Ca. 15 Millimeter Standerhöhung reichen bei den insgesamt breiteren Skiern für Geländefahrten aus. Auch auf Pisten macht sich diese technische Erweiterung positiv bemerkbar.
Race-Carver:
Die Weltcup-Variante. Hohes Tempo erfordert eine möglichst ruhige Lauflage des Skis.Kantengriff, Beschleunigung am Kurvenende und Kurvenstabilität werden durch Erhöhungen nach FIS von maximal 55 Millimeter erreicht. Dabei werden diese Race-Platten möglichst elastisch gehalten um die Schwingungen der Ski zu dämpfen.
Fun-Carver:
Diese Carving-Ski sind kurz und stark talliert. Der Plattenaufbau ist daher eine unbedingte Notwendigkeit. Schließlich sind extreme Schräglagen und kürzeste Schwünge beim Fun-Carven an der Tagesordnung.
Zwei Plattentypen kommen für den Fun-Carver in Frage:
Platten, die nur in der Mitte mit dem Ski verschraubt sind und Aufbauten, die die einer Laufschiene gleichen.
In beiden Fällen soll dadurch für den Carver die ganze Biegefähigkeit des Ski erhalten bleiben. Mit teilweise 100 Millimeter Erhöhung wurden derartige Platten in der Vergangeneit gefahren. Jetzt neigen die Fun-Carver zu Erhöhungen um 70 Millimeter, eher sogar unterhalb dieses Wertes.

Tipps:
- kurzer Ski bedeutet kurze Platte
- je stärker die Kurvenlage, desto höher die Platte
- der Ski muss sich frei biegen lassen
- schwere Platten erhöhen die Fahrstabilität
- schwere Platten sind scherer zu fahren
- Kombinationen von Platten und Bindungen fremder Systeme sollten nur im Fachgeschäft montiert werden